Berlin. Die legendäre Berliner Fanmeile bleibt zur Fußball-WM 2026 dunkel. Auf der Straße des 17. Juni wird es diesmal keine Großleinwände, keine Massenfeiern und keine schwarz-rot-goldene Partymeile zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor geben. Auf der offiziellen Internetseite des Landes Berlin hieß es zunächst noch, Termine und Öffnungszeiten stünden nicht fest. Inzwischen folgte still und heimlich die Korrektur: zur WM 2026 sei „keine Fanmeile geplant“.
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Die zuständigen Senatsverwaltungen bemühen sich um Schadensbegrenzung, denn die Fanmeile zum Abschluß der WM zieht seit jeher Hunderttausende Fußballfans an. Eine konkrete Planung für die Veranstaltung habe es angeblich nie gegeben, ist zu hören. Als Gründe werden ein fehlender privater Betreiber sowie ungeklärte Finanzierungsfragen genannt. Die Hauptstadt, ehedem stolz auf ihre millionenschweren Fußballfeste unter freiem Himmel, zieht damit bereits lange vor Turnierbeginn vorsorglich den Stecker.
Im Netz löste die Entscheidung heftige Reaktionen aus. Viele Nutzer sehen hinter der Absage weniger organisatorische Probleme als vielmehr ein Symbol für den Zustand der Hauptstadt. Spöttisch heißt es, Berlin verfüge inzwischen über „zu wenig Anti-Terror-Poller, aber zu viele Messer“. Andere vermuten politische Motive. Das Meer aus Deutschlandfahnen passe womöglich nicht mehr zum gewünschten Stadtbild oder könnte gar Teile der Berliner „Neubürger“ irritieren.
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Wieder andere machen schlicht den finanziellen Absturz der Hauptstadt verantwortlich. Besonders häufig ist dabei die Vermutung zu hören: „Die sind einfach pleite und nur noch mit dem Verfall beschäftigt!“ Tatsächlich kämpft Berlin seit Jahren mit einer maroden Infrastruktur, explodierenden Kosten und einer chronisch angespannten Haushaltslage. Damit würde ausgerechnet die traditionsreiche Fanmeile, einst weltweites Aushängeschild der Hauptstadt und Symbol ausgelassener Fußballbegeisterung, dem Rotstift zum Opfer fallen. (se)
Bildquelle: ASSY/Pixabay
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