Washington. Schon seit längerem gibt es massive Zweifel an den offiziellen Angaben der US-Regierung zu den Kosten des Iran-Krieges. Jetzt offenbart ein aktueller Bericht des Congressional Research Service, des wissenschaftlichen Dienstes des US-Kongresses, das Ausmaß der amerikanischen Verluste. Die neuen Zahlen fallen deutlich höher aus als bislang öffentlich eingeräumt.
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Nach Angaben des CRS wurden im bisherigen Kriegsverlauf 13 US-Soldaten getötet und mehr als 350 weitere verletzt. Zudem gingen mindestens 42 Flugzeuge und Drohnen verloren oder wurden beschädigt. Zuerst machte das Nachrichtenportal „Daily Beast“ die Angaben publik. Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte bislang keine vollständige Bilanz vorgelegt. Auch Kriegsminister Pete Hegseth vermied konkrete Zahlen.
Der CRS-Bericht stützt sich auf Pentagon-Angaben, Daten des US-Zentralkommandos CENTCOM und Medienberichte. Besonders schwer wiegen die Verluste bei der Luftwaffe. Beschädigt oder zerstört wurden vier F-15E-Strike-Eagle-Kampfjets, ein Tarnkappenflugzeug vom Typ F-35A Lightning II (dessen Stealth-Fähigkeit damit obsolet geworden sein dürfte) sowie ein A-10-Thunderbolt-II-Erdkampfflugzeug. Hinzu kommen sieben KC-135-Stratotanker, die als „fliegende Tankstellen“ dienen. Verloren gingen außerdem ein E-3-Sentry-AWACS-Aufklärungsflugzeug, zwei Spezialoperationsmaschinen vom Typ MC-130J Commando II und ein HH-60W-Jolly-Green-II-Rettungshubschrauber.
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Besonders empfindlich fallen die Verluste bei den Drohnen aus. Der Bericht nennt stattliche 24 (!) MQ-9-Reaper-Drohnen sowie eine MQ-4C-Triton-Aufklärungsdrohne, die verlorengegangen seien. Allein die „Triton“ kostet rund 240 Millionen Dollar, die „Reaper“ immerhin 40 Millionen Dollar pro Stück. Die US-Marine bestätigte ihren „Triton“-Verlust bereits im April. Insgesamt verfügt die Marine nur über 20 Exemplare dieses Typs.
Mehrere Maschinen sollen durch „Friendly Fire“ abgeschossen worden sein. Solche Vorfälle ereigneten sich laut US-Medien – unter Bezug auf offizielle Angaben – sowohl in Kuwait als auch im Iran. Ein KC-135-Tankflugzeug im Wert von rund 79 Millionen Dollar stürzte über dem Irak ab, wobei die Einwirkung schiitischer Milizen wahrscheinlich ist. Dabei kamen alle sechs Besatzungsmitglieder ums Leben.
Die finanziellen Kosten des Krieges explodieren ebenfalls. Pentagon-Finanzchef Jules Hurst III. sprach im Mai von 29 Milliarden Dollar. Interne Regierungsprognosen, über die CBS News berichtete, gehen inzwischen von bis zu 50 Milliarden Dollar aus. Doch Kritik aus dem Kongreß weist Hegseth scharf zurück. „Die größte Herausforderung, der größte Widersacher, dem wir uns derzeit gegenübersehen, sind die rücksichtslosen, kraftlosen und defätistischen Worte der Demokraten im Kongreß sowie einiger Republikaner“, erklärte er.
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Die iranische Seite läßt sich ebenfalls nicht lumpen und kommentierte die Erkenntnisse aus Washington. Außenminister Seyed Abbas Araghchi veröffentlichte den US-Bericht auf X und versah ihn mit einer Drohung: „Monate nach Beginn des Krieges gegen den Iran räumt der US-Kongreß den Verlust dutzender Flugzeuge im Wert von Milliarden ein. Unseren schlagkräftigen Streitkräften wird bestätigt, als Erste eine hochgepriesene F-35 abgeschossen zu haben. Dank der gewonnenen Erkenntnisse und des erworbenen Wissens wird die Fortsetzung des Krieges noch viele weitere Überraschungen bereithalten.“ (mü)
Bildquelle: Pixabay/gemeinfrei
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