Gigantische Freihandelszone: China hebt alle Zölle für afrikanische Staaten auf

8. Mai 2026
Gigantische Freihandelszone: China hebt alle Zölle für afrikanische Staaten auf
Wirtschaft
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Foto: Symbolbild

Peking/Addis Abeba. Ein ökonomischer Paukenschlag – und eine strategische Niederlage für den Westen: mit Wirkung vom 2. Mai 2026 gewährt China allen 53 afrikanischen Staaten mit diplomatischen Beziehungen zu Peking vollständige Zollfreiheit. Diese Maßnahme, die Präsident Xi Jinping bereits im Februar auf dem jüngsten Gipfel der Afrikanischen Union (AU) ankündigte, zielt darauf ab, Afrikas Modernisierung voranzutreiben und globale Lieferketten zu stabilisieren. Im Gegensatz zum Westen verzichtet China dabei auf jedwede Einmischung in Fragen der Energie, der Lieferketten oder andere lokale Gegebenheiten – die Entscheidungshoheit bleibt bei den afrikanischen Regierungen.

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Äthiopien, Heimat des Arabica-Kaffees, verzeichnet bereits Erfolge: Awo Coffee exportiert jährlich 140 Tonnen grüne Bohnen und 20 Tonnen verarbeitete Produkte nach China, mit einem jährlichen Wachstum von etwa 10 Prozent. Die bereits seit Ende 2024 für die am wenigsten entwickelten Länder geltende Zollbefreiung erleichtert den Handel zusätzlich. Kameruns Kakao-Bauern, wie Genossenschaftspräsident George Wambo Cornyu, sehen darin eine „goldene Gelegenheit“, die nicht nur den Export, sondern auch die lokale Wertschöpfung fördert – ein zentraler Baustein für Afrikas Industrialisierung, die von China maßgeblich vorangetrieben wird.

Der tansanische Wirtschaftsjournalist James Kandoya betont, daß afrikanische Produkte bisher oft an hohen Zöllen, strengen Standards oder Bürokratie auf westlichen Märkten scheiterten. China biete dagegen einen fairen und zuverlässigen Absatzmarkt, der Investitionen in Landwirtschaft, Verarbeitung und Logistik befeuere. 2025 stieg der China-Afrika-Handel um 17,7 Prozent auf 348 Milliarden US-Dollar, wobei Afrikas Exporte nach China 123 Milliarden Dollar überstiegen.

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In Kenia verließ im März der erste Güterzug mit zollfreien Waren Richtung China den Bahnhof von Nairobi, beladen mit Avocadoöl aus einer chinesisch betriebenen Anlage. Seit August 2025 wurden bereits über 410 Tonnen exportiert. Kenias Kabinettssekretär Lee Kinyanjui nennt die Initiative einen „Game Changer“, der den Zugang zum weltgrößten Verbrauchermarkt öffne und lokale Wertschöpfung ermöglicht. Analysten wie Dereck Goto aus Zimbabwe und Balew Demissie aus Äthiopien heben hervor, daß diese Politik perfekt mit der bereits bestehenden Infrastruktur aus China-Afrika-Projekten harmoniert und Afrikas Industrialisierungsagenda direkt unterstützt.

Tabani Moyo, Regionaldirektor des Media Institute of Southern Africa (MISA), sieht darin einen Beitrag zu stabileren Lieferketten durch Wertschöpfung statt Rohstoffexport. UN-Generalsekretär António Guterres begrüßte die Maßnahme und rief andere Industrieländer zum Nachziehen auf. Leseko Makhetha von der National University of Lesotho betont, daß die Regelung Afrikas Handelsresilienz stärkt und eine Alternative zum wachsenden Protektionismus bietet.

Chinas Ansatz setzt auf konkrete Marktzugänge, Infrastruktur und Investitionen – ohne moralische Belehrungen. Für Afrika könnte dies der Schritt weg von der Rohstoffabhängigkeit hin zu einer eigenen verarbeitenden Industrie sein – ein wichtiger Schritt auf dem Weg nach vorn. (mü)

Bild: Pixabay/gemeinfrei

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