Brüssel. Der angekündigte „Fertilizer Action Plan“ der EU hat es in sich. Er wird maßgeblich darüber mitentscheiden, ob Europa künftig noch eine stabile Lebensmittelproduktion wird aufrechterhalten können – oder ob es sich freiwillig in eine wachsende Importabhängigkeit hineinmanövriert.
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Düngemittel sind das Rückgrat der modernen Landwirtschaft. Ohne ausreichend Stickstoff, Phosphor und Kalium brechen die Ernteerträge ein, Produktionskosten explodieren, und am Ende fehlt Nahrung. Dünger ist alles andere als ein beliebiges Industrievorprodukt: er ist Ertragsfaktor Nummer eins, Grundlage bezahlbarer Lebensmittel und Garant der Versorgungssicherheit.
Eigentlich will der Plan, den die EU‑Kommission 2026 vorlegen will, die strukturellen Probleme des europäischen Düngermarkts angehen. Dazu gehören: Versorgungssicherheit angesichts hoher Importabhängigkeit, Preisvolatilität durch Energiekrisen und geopolitische Schocks, Förderung recycelter Nährstoffe und last not least die Anpassung des Rechtsrahmens, um organische Alternativen stärker zu nutzen.
Nach Ansicht von Kritikern thematisiert der Plan zwar Symptome, aber nicht die Grundursache: Europas Landwirtschaft ist strukturell abhängig von fossilen Stickstoffdüngern, deren Preise eng an Gaspreise gekoppelt sind.
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Schon seit Jahren erdrückt das europäische Klima- und Regulierungsregime energieintensive Branchen. Die Düngemittelherstellung leidet überproportional unter explodierenden Energiekosten, CO₂-Bepreisung und bürokratischen Zusatzlasten. Wenn nun ausgerechnet Maßnahmen diskutiert werden, die den Konkurrenzdruck durch Billigimporte weiter anheizen, ist das keine Marktöffnung, sondern ein Frontalangriff auf die heimische Produktion.
Der österreichische FPÖ-Europaabgeordnete Roman Haider findet dafür drastische Worte: „Zusätzlich möchte ÖVP-Landwirtschaftsminister Totschnig die ohnehin schon angeschlagene Düngemittelindustrie in Österreich offenbar endgültig zerstören.“ Totschnig schlägt vor, den CO₂-Grenzausgleich CBAM für Düngemittelimporte aus Drittstaaten wie Weißrußland auszusetzen. CBAM belegt Importgüter mit einem Strafzoll, wenn sie mangels Umweltauflagen deutlich billiger produziert werden als in der EU. Dieses Schutzinstrument nun zu schleifen, während man heimischen Herstellern immer neue Lasten aufbürdet, ist wirtschaftspolitisch widersinnig und agrarpolitisch fahrlässig.
Die strategische Dimension wiegt noch schwerer. Länder wie Österreich sind bei pflanzlichen Produkten keineswegs selbstversorgend. Jede Schwächung der Landwirtschaft und ihrer Vorstufen vergrößert die Auslandsabhängigkeit. „Pandemie“, Ukrainekrieg, Lieferkettenkollaps und Energiekrise hätten eigentlich handfeste Warnungen sein müssen: wer nicht ausreichend selbst produzieren kann, zahlt mit steigenden Kosten, schwindender Planungssicherheit und eingeschränkter Handlungsfreiheit. Ein Land, das in Kernbereichen nicht mehr vorsorgen kann, verliert seine wirtschaftliche und politische Souveränität.
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Nötig wäre eine Politik, die Versorgungssicherheit wieder ernstnimmt: die die Landwirtschaft nicht ständig mit neuen Auflagen überzieht und die industrielle Basis bewahrt, ohne die keine Ernte möglich ist. Man kann Klimaschutz betreiben, ohne Produktion, Wettbewerbsfähigkeit und Lebenshaltungskosten gleichzeitig zu ruinieren. Nicht funktionieren wird hingegen ein Kurs, der ideologische Symbolpolitik über wirtschaftliche Vernunft stellt, wie dies die EU tut. (mü)
Bild: Pixabay/gemeinfrei
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