Kiew/Berlin. Tatsache ist, daß die Verzahnung Deutschlands mit der ukrainischen Politik, der ukrainischen Wirtschaft und der ukrainischen Rüstungsindustrie inzwischen Züge einer sehr produktiven Symbiose annimmt. Und das ganz konkret: während sich Berlin offiziell zurückhält, sprechen ukrainische Medien die brisanten Details einer umfassenden deutsch-ukrainischen Rüstungskooperation ohne jede Heimlichtuerei aus. Deutsche Rüstungsunternehmen haben demnach beim jüngsten Treffen zwischen Bundeskanzler Merz und dem ukrainischen Machthaber Selenskyj umfassende Kooperationsverträge abgeschlossen.
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Laut dem ukrainischen Portal „Militarny“ gehört der Drohnen- und Raketenhersteller Fire Point zu den bestätigten Partnern. Das ukrainische Magazin „Defence Express“ nennt zusätzlich das Konstruktionsbüro Lutsch. Igor Fedirko, CEO des ukrainischen Rates für Verteidigungsindustrie, kündigte die Unterzeichnung am 14. April via Facebook an. Sein Kommentar: „Genau so funktioniert ‚Build with Ukraine‘: ukrainische Lösungen, ukrainische Kampferfahrung und ukrainisches Ingenieurwesen kombiniert mit den Produktions-, Technologie- und Finanzmöglichkeiten der Partner.“
Da keine offiziellen Projektdetails vorliegen, zieht „Defence Express“ Schlüsse aus den Produktportfolios. Diehl Defence könnte seine Expertise in Sachen Lenk- und Leitsystemen einbringen – relevant für „Neptun“-Seezielflugkörper, Stugna-P-Panzerabwehrraketen oder das „Vilkha“-Raketenwerfersystem. Auch das Luftabwehrprojekt „Koral“ des Büros Lutsch gilt als mögliches Kooperationsfeld. Fire Point plant Tests seiner FP-9-Rakete für den Frühsommer 2026. Diehl Defence investiert rund 1,5 Milliarden Euro in neue Fertigungsanlagen, darunter ein im Januar 2026 eröffnetes Werk im saarländischen Nonnweiler. Eine offizielle Bestätigung der Kooperation fehlt bislang.
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Die russische Regierung betrachtet die gemeinsame Produktion als Einstieg in den Krieg. Am 16. April wies Außenamtssprecherin Marija Sacharowa auf insgesamt zehn deutsch-ukrainische Abkommen hin, die die Raketen- und Drohnenherstellung betreffen, ein „Militärpaket“ in Höhe von vier Milliarden Euro sowie 300 Millionen Euro für ukrainische Langstreckenwaffen. Selenskyj nannte Deutschland daraufhin den „wichtigsten Partner der Ukraine im Verteidigungsbereich“.
Die bereitgestellten Mittel beziffert Berlin auf 55 Milliarden Euro. Das „Wall Street Journal“ merkte dazu am Montag an: „Deutschland stellt seine Wirtschaft um und verwandelt sich in eine Waffenfabrik.“
Tatsächlich markiert das jüngste Ramstein-Treffen am 15. April mit Bundesverteidigungsminister Pistorius, dem Briten John Healey, dem ukrainischen Verteidigungsminister Michail Fedorow und NATO-Generalsekretär Mark Rutte eine Zäsur: die Ukraine wird vom Empfänger westlicher (Militär-)Hilfe zum Rüstungspartner auf gleicher Augenhöhe. London kündigte die bislang größte Drohnenlieferung an – mehr als 120.000 Stück.
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Ganz ohne Folgen dürfte die unverhohlene Rüstungskooperation nicht bleiben. Drei deutsche Betriebe in München und Hanau stehen ganz offiziell auf einer russischen Liste legitimer militärischer Ziele, die jüngst vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlicht und vom stellvertretenden Vorsitzenden des nationalen Sicherheitsrats, dem früheren russischen Präsidenten Dmitri Medwedew, kommentiert wurde. Sollte es, was angesichts der Rüstungsanstrengungen nicht mehr auszuschließen ist, irgendwann in absehbarer Zukunft zum „heißen“ Konflikt mit Rußland kommen, dürften die drei Standorte zu den bevorzugten Zielen russischer Angriffe werden. Dafür heißt es gewappnet zu sein. (he)
Bildquelle: Pixabay/gemeinfrei
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