Abu Dhabi. Der Krieg am Persischen Golf hat nicht nur militärisch, sondern erst recht politisch zu Überraschungen geführt. Während des rund achtwöchigen Waffenganges haben sich die USA als unfähig erwiesen, ihre regionalen Verbündeten vor der militärischen Gegenwehr des Iran zu schützen – zahlreiche US-Einrichtungen in der gesamten Region und vor allem in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wurden von iranischen Raketen und Drohnen getroffen.
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Die Folge ist, daß die Emirate auf der Suche nach neuen Verbündeten sind und auf Distanz zu Washington gehen. Sie denken laut über den Abschied vom Petrodollar nach – der Ölhandel soll künftig über den chinesischen Yuan abgewickelt werden.
Bislang galt: Öl gegen Dollar. Doch dieses Fundament zerbröselt unter dem Eindruck der militärischen Erfolglosigkeit der USA und der politischen Ratlosigkeit im Weißen Haus. Der Iran-Krieg könnte den Wechsel hin zum Yuan erheblich beschleunigen. Das „Wall Street Journal“ (WSJ) berichtete am Sonntag, die VAE hätten das US-Finanzministerium gewarnt, daß man im Ölgeschäft „gezwungen sein könnte, den chinesischen Yuan zu verwenden“.
Bei einem Treffen in Washington vergangene Woche sprach Zentralbankchef Khaled Mohamed Balama gegenüber US-Finanzminister Scott Bessent eine „implizite Drohung“ gegen die Vormachtstellung des Dollar aus, so das Blatt unter Berufung auf anonyme US-Beamte. Balama habe klargemacht, daß Abu Dhabi womöglich eine Finanzspritze brauche, um eine Dollar-Liquiditätskrise abzuwenden, falls die wirtschaftlichen Folgen des Krieges das Land allzu sehr in Mitleidenschaft zögen.
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Teheran setzt unterdessen auf asymmetrische Vergeltung. Die Hauptlast der iranischen Angriffe auf US-Militärbasen und strategische Ziele trugen bisher die Emirate, die zahlreiche US-Einrichtungen beherbergen. Mehr als 2.800 Drohnen und Raketen gingen Berichten zufolge auf das Land nieder. Das US-Finanzministerium könnte einen Währungsswap anbieten, doch das „Wall Street Journal“ hält eine Zustimmung der Federal Reserve für unwahrscheinlich. Die Trump-Regierung hatte zuvor angeregt, die Golfstaaten sollten einen Teil der Kriegskosten übernehmen. Harvard-Professorin Linda Bilmes schätzte die direkten Militärausgaben der USA in den ersten 40 Tagen des Krieges auf täglich zwei Milliarden Dollar.
Der Frust ist in der arabischen Welt groß. Abdulkhaleq Abdulla, ehedem Berater von VAE-Präsident Muhammad bin Zayid Al Nahyan, forderte am Sonntag unumwunden die Schließung amerikanischer Basen im Land. Iran erhebt unterdessen Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus – in Yuan oder Kryptowährungen, um US-Sanktionen zu umgehen. (mü)
Bild: Pixabay/gemeinfrei
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