Wellington. Ökonomen warnen spätestens seit Ausbruch des aktuellen Krieges am Persischen Golf vor Lieferknappheiten und weltweiten Versorgungsschwierigkeiten. Sie werden nach Einschätzung der Fachleute nicht nur den Mangel an Öl betreffen, sondern auch zahllose andere Produkte – nicht nur solche, die auf Öl als Ausgangsstoff basieren.
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In Neuseeland ist es jetzt so weit: dort gerät infolge der gesperrten Straße von Hormuz die Medikamentenversorgung unter Druck. Betroffen ist Isosorbidmononitrat, ein Standardmittel gegen Angina pectoris. Branchenvertreter sprechen von „sehr ernsten“ Problemen. Das Präparat weitet die Arterien, stoppt Herzanfälle und rettet Leben. Apotheker fordern nun einen Notfallplan ähnlich dem staatlichen Kraftstoffkonzept.
Neuseeland gilt als Frühwarnsystem für den Rest der Welt. Das Land ist wegen seiner abseitigen Insellage extrem auf Importe angewiesen. Viele Wirkstoffe und Fertigmedikamente kommen aus Indien und China und passieren den Persischen Golf. Die US-Blockade der Straße von Hormuz droht die Lage nun akut zu verschärfen.
Auch in Deutschland schlagen Experten Alarm. Pharma-CEO Dorothee Brakmann warnt: „Noch gibt es keine flächendeckenden Engpässe, aber je länger der Konflikt dauert, desto wahrscheinlicher werden Lieferverzögerungen und Preisanstiege.“ Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie und die Chemiebranche teilen diese Einschätzung. Helium für Produktionsprozesse wird knapp, die Transportkosten explodieren.
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Dabei kommt der Mangel nicht überraschend. Während der Coronakrise gerieten die weltweiten Lieferketten erstmals unter Druck, nachdem in China, dem Ursprungsland zahlloser Waren, die Behörden den totalen Lockdown verhängten. Aber die Politik hat daraus keine Konsequenzen gezogen. Sechs Jahre später konzentriert sich die Generika-Herstellung nach wie vor auf wenige Großfabriken in Asien. Deutschland startete 2026 mit rund 550 gemeldeten Versorgungslücken, vornehmlich bei Antibiotika sowie Herz- und Krebsmitteln. Weltweit sind Hunderte essenzielle Arzneien betroffen. Die europäische Arzneimittelagentur und nationale Behörden melden seit Jahren Rekordzahlen. Nun verschärft der Krieg am Persischen Golf die Lage drastisch. Und es dürfte gerade erst der Anfang sein. (mü)
Bildquelle: Pixabay/gemeinfrei
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