Krieg am Persischen Golf: Wie der Iran die US-Luftverteidigung in die Kostenfalle treibt

13. April 2026
Krieg am Persischen Golf: Wie der Iran die US-Luftverteidigung in die Kostenfalle treibt
International
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Foto: Symbolbild

New York. Während am Persischen Golf ein fragiler Waffenstillstand ausgehandelt wurde, versuchen sich die Militärexperten an einer ersten Zwischenbilanz. Sie haben dabei vor allem das veränderte Erscheinungsbild des Krieges gegenüber anderen bewaffneten Konflikten vor Augen.

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Ins Auge sticht eine ökonomische Schieflage: jeder Abschuß einer „Patriot“-Rakete kostet vier Millionen Dollar. Iranische Kamikaze-Drohnen des Typs „Shahed“, die damit bekämpft werden, kosten pro Stück allenfalls 20.000 bis 50.000 US-Dollar. Die Rechnung ist ruinös – selbst für die mächtigste Volkswirtschaft der Welt. Die „Patriots“ stammen von Raytheon und Lockheed Martin, allein das Abschußfahrzeug kostet oft mehr als eine Milliarde Dollar. Hinzu kommen Ausgaben für Diesel, Wartung, Aufklärungsflugzeuge und Kommandostände.

Seit Kriegsbeginn Ende Februar setzte der Iran Schätzungen zufolge mehr als 4000 „Shahed“-Drohnen ein. „Masse statt Präzision“ lautet die Strategie des iranischen Militärs. US-Generäle warnten bereits, man könne unmöglich alle unbemannten Fluggeräte der Iraner abfangen.

Lufthoheit war jahrzehntelang das Privileg reicher Staaten mit modernen Kampfjets und bestens ausgebildeten Piloten. Doch Drohnen wie die „Shahed“ ändern nun die ökonomischen Parameter auf dem Schlachtfeld. Plötzlich können auch ärmere Länder großen Schaden anrichten – ganz ohne Bomber wie die amerikanische B-2 „Spirit“, die zwei Milliarden Dollar pro Stück kostet.

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„Die Dynamik auf dem Schlachtfeld hat sich verschoben“, sagt Nic Adams vom Atlantic Council. Eine schwächere Streitkraft könne einen überlegenen Gegner zum Verbrauch teurer Munition zwingen. „Die Vereinigten Staaten müssen sich anpassen, um die weltweit führende Militärmacht zu bleiben“, gibt Adams zu bedenken.

Die Produktionszahlen sprechen für sich: die US-Rüstungsbetriebe fertigen rund 600 Abfangraketen pro Jahr. Der Iran baut 10.000 „Shahed“-Drohnen pro Monat. „In dieser Hinsicht sieht die Lage für Amerika und Israel düster aus“, analysiert die Brüsseler Denkfabrik Bruegel. „Die asymmetrische Kriegführung des Iran ändert die finanzielle Gleichung zwischen Angriff und Verteidigung.“ Die beiden Staaten hätten in den vergangenen Wochen viele hochmoderne Abfangraketen verbraucht und könnten ihre Bestände nicht einfach auffüllen.

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Doch die USA arbeiten an einer Antwort. Lockheed Martin installierte kürzlich einen Laser auf einem Zerstörer. Das System selbst kostet 150 Millionen Dollar, aber jeden Schuß – das Aussenden eines Lichtstrahls – veranschlagt das Unternehmen auf nur fünf bis zehn Dollar. Parallel dazu testen die Streitkräfte das „low‑cost uncrewed combat aerial system“ (Lucas), ein fliegendes Dreieck, das der „Shahed“ verblüffend ähnelt. „Europa muß von der Ukraine lernen und Luftverteidigung kosteneffektiv organisieren“, mahnt die Bruegel-Studie. „Hohe Investitionen in eine günstige Drohnen-Abwehr sind nötig, um das massive finanzielle Ungleichgewicht zwischen Defensive und Offensive zu verringern.“ (mü)

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