Oslo. Ein bemerkenswertes Eingeständnis: die norwegische Regierung räumt ein, was viele seit Jahren befürchteten – die 1997 eingeführte Gesamtschule ist gescheitert. Nun wird eine grundlegende Bildungsreform angekündigt. In der Grundschule soll der digitale Unterricht komplett abgeschafft werden. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre (Arbeiterpartei) begründet den Schritt mit der Sorge über die rückläufigen Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten der jungen Generation. „Wir müssen uns verstärkt um die Kleinsten kümmern“, sagt Støre. Ab August werden Bildschirme im Vorschulbereich komplett abgeschafft. Und für die ersten vier Schuljahre soll die Bildschirmzeit drastisch reduziert werden.
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Die PISA-Ergebnisse belegen auch für Norwegen einen deutlichen und chronischen Leistungsabfall. In Mathematik lagen die norwegischen Schüler 2022 niedriger als je zuvor, in Lesen und Naturwissenschaften etwa auf dem Niveau von 2006. Der Anteil der Schüler unterhalb des Basisniveaus stieg seit 2012 in Mathematik um neun Prozent, im Lesen um elf, in den Naturwissenschaften um sieben.
Bildungsministerin Kari Nessa Nordtun kündigt an, die Schule für die Jüngsten „völlig neu zu organisieren“. In der ersten und zweiten Klasse soll mehr gespielt werden. Englisch, Religion und Sozialkunde könnten warten. „Am wichtigsten ist, daß die Jüngsten lesen, schreiben und rechnen lernen“, so Nordtun.
Kritik kommt von der Konservativen Partei. „Ich warne eindringlich davor, daß die jüngsten Schüler weniger Zeit mit ihren Lehrern verbringen“, sagte Mathilde Tybring-Gjedde. Sylvi Listhaug von der Fortschrittspartei warnt vor mehr Nachmittagsbetreuung statt Unterricht: „Kinder brauchen mehr Lernen, nicht mehr Nachmittagsbetreuung.“
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Eine auffällige Größe bleibt bei alledem der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund. Er stieg von zehn Prozent 2012 auf 16 Prozent 2022. Der Leistungsunterschied zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund betrug im Lesen 51 Punkte zugunsten der Einheimischen. Nach Berücksichtigung des sozioökonomischen Hintergrunds blieb immer noch ein signifikanter Unterschied von 23 Punkten. (mü)
Bild: Pixabay/gemeinfrei
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