Diego Garcia. Am 21. März feuerte Iran zwei ballistische Raketen auf den britisch-amerikanischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean ab. Die iranische Nachrichtenagentur „Mehr“ bezeichnete den Angriff als „bedeutenden Schritt“ in der laufenden Konfrontation mit den USA. US-Medienberichten zufolge zerfiel eine Rakete im Flug, die zweite soll vom Raketenabwehrsystem SM-3 eines US-Schiffes abgefangen worden sein. Schäden oder Opfer wurden nicht gemeldet. Überprüfen läßt sich das alles nicht.
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Der Stützpunkt, seit 1973 in Betrieb, beherbergt derzeit rund 2500 US-Militärangehörige sowie einen Tiefseehafen für Flugzeugträger und Atom-U-Boote. In den zurückliegenden Konflikten mit dem Irak (1991 und 2003) spielte Diego Garcia eine wichtige Rolle beim Einsatz amerikanischer Langstrecken- und Tarnkappenbomber. Aber auch Großbritannien nutzt die Inselbasis offenbar. Das britische Verteidigungsministerium räumte ein, daß London den USA die Nutzung britischer Basen für „eingeschränkte Verteidigungseinsätze“ erlaube.
Experten werten den kürzlichen iranischen Raketenangriff als folgenschweren Präzedenzfall, der einige strategische Gewichte neu justiert. Der russische Orientalist Kirill Semjonow erklärte: „Die Einzigartigkeit des Stützpunkts Diego Garcia besteht darin, daß er von den USA lange als größter strategischer Flugplatz im Indischen Ozean genutzt wurde. Im Grunde war dies ein ‚unsinkbarer Flugzeugträger‘ für strategische Bomber der US-Luftwaffe.“ Und der Militärexperte Juri Knutow ergänzt: „Dies [der iranische Angriff; d. Red.] ist eine Antwort an den US-Präsidenten auf seine Ankündigungen eines baldigen Sieges über Iran.“
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Die Flugstrecke von Iran bis Diego Garcia beträgt rund 5200 Kilometer – was bestätigen würde, daß iranische Raketen längst eine viel höhere Reichweite haben, als offiziell bekannt ist. Experte Knutow betont denn auch die europäische Dimension des Angriffs: „Wenn die Reichweite der eingesetzten Raketen tatsächlich etwa 4000 Kilometer beträgt, richtet sich das Signal nicht mehr nur an Washington.“ Denn damit lägen unversehens auch US-Stützpunkte in Rumänien, Polen und Südeuropa in Reichweite. Auch die Ukraine sei gefährdet, nachdem Präsident Selenskyj kürzlich die Entsendung von Drohnenpiloten in den Nahen Osten angekündigt hat. Knutow warnt: „Dies wirft die Frage der strategischen Stabilität in Europa auf. Der iranische Faktor wird nun zu einem gesamteuropäischen Problem.“
Für Deutschland könnte das brisant werden. Denn die in der Bundesrepublik gelegenen rund 120 US-Einrichtungen, darunter so wichtige wie Ramstein, Wiesbaden oder Stuttgart, könnten bald ebenso „legitimes“ Angriffsziel der Iraner werden wie die US-Stützpunkte im Persischen Golf, die in den letzten drei Wochen bereits zahlreiche Treffer erhalten haben. Deutschlands Rolle als strategische Logistik-Drehscheibe der US-Streitkräfte für den gesamten euro-afrikanischen Raum könnte sich damit böse rächen. (mü)
Bild von Dice Me auf Pixabay
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