Irans asymmetrischer Krieg: Jetzt sind die Tech-Riesen im Visier

16. März 2026
Irans asymmetrischer Krieg: Jetzt sind die Tech-Riesen im Visier
International
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Foto: Symbolbild

Teheran/Dubai. Zwei Wochen nach Beginn des Krieges am Persischen Golf müssen auch zahlreiche westliche Leitmedien – etwa die „Süddeutsche Zeitung“ oder „T-Online“ – einräumen, daß der von den USA und Israel angegriffene Iran weit von einer Niederlage entfernt ist. Im Gegenteil, die Situation der Angreifer wird immer desolater, weil ihnen binnen kurzem die Munition auszugehen droht, während der Iran in immer neuen Drohnen- und Raketenattacken auch äußerst prekäre Ziele angreift; jüngst etwa mehrere Bankgebäude in den Vereinigten Arabischen Emiraten – ein böser Schlag gegen die Wirtschafts- und Finanzwelt der Region.

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Aber es wird noch gefährlicher. Inzwischen hat der Krieg die digitale Infrastruktur am Persischen Golf erreicht. Eine der Teheraner Regierung nahestehende Nachrichtenagentur erklärte die Niederlassungen und Cloud-Anlagen von sechs US-Techkonzernen in der Region zu legitimen Angriffszielen. Betroffen sind Microsoft, Google, Nvidia, Oracle, IBM und Palantir. Die Begründung: die Unternehmen seien eng mit dem Pentagon und dem israelischen Militär verbunden und stellten einen Teil der digitalen Infrastruktur.

Die iranische Agentur Tasnim sprach von einem „Infrastrukturkrieg“. Ein Vertreter der den Revolutionsgarden nahestehenden Organisation Khatam al-Anbiya nahm kein Blatt vor den Mund: auch Wirtschaftszentren und Bankfilialen mit Verbindungen zu den USA und Israel stünden künftig im Fadenkreuz. Die Bevölkerung solle einen Kilometer Abstand zu solchen Einrichtungen halten.

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Hinter den Drohungen stehen bereits Taten. Anfang März trafen iranische Drohnen eine Amazon-Betriebsstätte in Bahrain sowie zwei AWS-Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Folgen waren Stromausfälle und regionale Störungen von Cloud-Diensten. Die iranischen Staatsmedien sprechen von bewußt ausgewählten Zielen.

Die Angriffe treffen die Golfstaaten an einer besonders verwundbaren Achillesferse. Saudi-Arabien, die VAE, Katar und Bahrain investieren Milliarden in Cloud-Kapazitäten, um ihre Wirtschaft vom Öl unabhängiger zu machen. Allein AWS steckt mehr als 5,3 Milliarden Dollar in eine neue Cloud-Architektur in Saudi-Arabien.

Hinzu kommt die Verletzlichkeit der digitalen Infrastruktur an sich. 17 Prozent des weltweiten Internetverkehrs laufen durch Unterseekabel im Roten Meer – ein Nadelöhr, das bei einer weiteren Eskalation schnell zum Flaschenhals werden kann, ähnlich wie die vom iranischen Militär bereits gesperrte Straße von Hormus. Zudem stoßen Rechenzentren in der wasserarmen Golf-Region an natürliche Grenzen: sie benötigen enorme Mengen Strom und Kühlwasser. Trifft der Iran Energie- oder Wasseraufbereitungsanlagen, wäre der Betrieb massiv gefährdet. Der märchenhafte Reichtum in den Emiraten ist sprichwörtlich auf Sand gebaut. (mü)

Bild von Dice Me auf Pixabay

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