Wegen Sperrung der Hormuz-Straße: In zwei Wochen ist Ende Gelände

15. März 2026
Wegen Sperrung der Hormuz-Straße: In zwei Wochen ist Ende Gelände
International
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Foto: Symbolbild

Rotterdam. Nirgendwo in Europa steigen die Benzinpreise in diesen Tagen so stark wie in Deutschland. Der Tankstellen-Interessenverband (TIV) erwartet vor diesem Hintergrund, daß der zwischenzeitlich über 100 Dollar gestiegene Ölpreis umgehend an die Autofahrer weitergegeben werde. „Ich fürchte, die Ölkonzerne reichen die hohen Ölpreise sofort weiter und erhöhen die Spritpreise noch stärker“, ließ TIV-Sprecher Herbert Rabl die „Rheinische Post“ wissen. „Die Vermutung drängt sich auf, daß die Mineralölkonzerne den deutschen Markt nutzen, um zu sehen, was geht: auch 2,50 Euro und sogar mehr pro Liter sind am Ende denkbar.“ Nirgendwo in Europa seien die Spritpreise in der vergangenen Woche so stark gestiegen wie in Deutschland, weiß Rabl.

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Tatsächlich hatte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zuletzt eine Kartellamtsprüfung der Preissprünge an den deutschen Tankstellen infolge des Iran-Krieges angekündigt. Es werde geprüft, ob die Situation ausgenutzt werde, sagte Reiche in einem Podcast des Portals „Table“.

Doch solche Manöver sind reine Rückzugsgefechte. Denn die aktuellen Preissteigerungen an den Zapfsäulen erfolgen, obwohl an den Öl- und LNG-Terminals in Rotterdam, Zeebrugge oder Großbritannien in diesen Tagen noch Schiffe entladen werden; die steigenden Preise an den Tankstellen sind tatsächlich Nepp, weil der Nachschub – noch – rollt.

Aber die Sicherheit ist trügerisch. Die Schiffe, die derzeit leergepumpt werden, sind in Wirklichkeit „Phantom-Schiffe“. Sie haben den Nahen Osten bereits vor Kriegsausbruch verlassen. Ein Tanker aus dem Persischen Golf (Katar/Saudi-Arabien) benötigt für die Fahrt nach Nordwesteuropa im Schnitt 20 bis 25 Tage. Der Krieg und die Blockade der Straße von Hormuz dauern mittlerweile 8-9 Tage an.

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Das bedeutet, daß die Hormuz-Blockade eine gigantische Lücke in den Öl-Nachschub per Schiff gerissen hat – und sie rast unaufhaltsam auf Europa zu.

Der physische Nachschub endet in 11 bis 15 Tagen, also Ende März. An diesem Tag werden die Terminals leer bleiben, weil keine Schiffe mehr nachkommen. Für Großbritannien (das nur für 48 Stunden über eine Restreserve verfügt) und die Niederlande (deren Speicher nur noch zu neun Prozent gefüllt sind) ist das die Stunde der Wahrheit.

Bei den Kraftstoffen schlägt die Krise schon deutlich früher durch. Da der Markt das Eintreffen dieser Lücke in zwei Wochen bereits jetzt einpreist, wird die physische Knappheit an den Zapfsäulen künstlich in die Gegenwart vorgezogen. Für Raffinerien wie Leuna beginnt der Überlebenskampf um das verbleibende europäische Rohöl bereits in den nächsten Tagen.

Anders ausgedrückt: die derzeit noch ankommenden Schiffe sind der Nachhall einer Welt vor dem Krieg. Der Countdown für den physischen Versorgungsstopp in Europa läuft. In zwei Wochen wird es spannend. Der Spritpreis dürfte sich dann nicht mehr lange bei 2,50 Euro aufhalten. (mü)

Bild: Pixabay/gemeinfrei

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