ZUERST!-Hintergrund: Verdächtige Würgemale: Neue Zweifel an Epsteins Tod

11. März 2026
ZUERST!-Hintergrund: Verdächtige Würgemale: Neue Zweifel an Epsteins Tod
International
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Foto: Symbolbild

New York. Im Züge der jüngsten Veröffentlichungen weiterer Epstein-Dokumente tauchten Zweifel daran auf, daß der im August 2019 unter dubiosen Umständen im Gefängnis verstorbene verurteilte Sexualstraftäter tatsächlich tot sei. Eine Zeitlang kursierte im Internet ein Foto, das Epstein nach seinem vermeintlichen Tod quicklebendig und mit verändertem Outfit in Tel Aviv zeigen soll; ein Vergleich der Nasen- und Kinnpartie enthüllt tatsächlich auffällige Übereinstimmungen.

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Und es gibt noch weitere Unstimmigkeiten. Sowohl ein Bankkonto des angeblich Verstorbenen als auch mehrere Apps mit personalisierten Zugangsdaten sollen nach seinem Tod noch weiter benutzt worden sein, wenn auch nur einige wenige Male.

Jetzt gibt es neue Zweifel. Kürzlich veröffentlichte Vernehmungsprotokolle sollen zeigen, warum die zuständige Gerichtsmedizinerin zögerte, den offiziellen Autopsiebericht zu veröffentlichen – obwohl die Verletzungen an Epsteins Hals aus ihrer Sicht „ziemlich eindeutig“ waren; der offiziellen Lesart zufolge erhängte sich Epstein am 10. August 2019 tot in seiner Gefängniszelle im Metropolitan Correctional Center in Manhattan.

Epsteins Bruder Mark hat die Version der Behörden nie akzeptiert. Dem australischen Sender ABC sagte er kürzlich, er habe zunächst selbst mit einem Suizid gerechnet. „Ich ging völlig davon aus, daß sie nach der Autopsie sagen würden: ‚Es ist tragisch, aber Jeffrey hat Selbstmord begangen.‘“ Erst als New Yorks leitende Gerichtsmedizinerin Barbara Sampson fünf Tage nach der Obduktion den Tod offiziell als Suizid durch Erhängen einstufte, sei er mißtrauisch geworden. Denn Sampson sei bei der Autopsie gar nicht im Raum gewesen.

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Die Obduktion hatte am 11. August 2019 vielmehr die Pathologin Kristin Roman durchgeführt. Auf dem Totenschein vermerkte sie an jenem Tag weder „Selbstmord“ noch „Tötung“, sondern notierte, es seien „weitere Untersuchungen“ nötig. In einem nun veröffentlichten Verhör mit Bundesermittlern erklärte Roman ausführlich, was sie damals zögern ließ. „Wäre er eine weniger prominente Person gewesen, die niemand umbringen wollte, hätte ich es wahrscheinlich schon am Tag der Autopsie als Erhängen eingestuft“, sagte sie laut Protokoll. Sie habe insbesondere mit dem Beamten sprechen wollen, der Epsteins Leiche entdeckt hatte. „War er vollständig erhängt? Wo genau hing er? Solche Dinge“ habe sie noch klären wollen.

Doch dieses Gespräch fand nie statt. Roman sagte den Ermittlern, ihr sei weder erlaubt worden, mit Justizbeamten zu sprechen, noch habe man ihr gestattet, Epsteins Zelle zu besichtigen. Stattdessen seien ihr lediglich Fotografien des Raumes gezeigt worden. Für ihre medizinische Bewertung sei das jedoch nicht entscheidend gewesen. „Selbst ohne zusätzliche Untersuchung sah dieser Fall aus Sicht der Autopsie sehr eindeutig nach einem Erhängen aus“, erklärte sie. Weitere Informationen sollten vor allem der „Vollständigkeit“ dienen.

Der von der Familie beauftragte Pathologe Michael Baden, der der Obduktion als Beobachter beiwohnte, vertritt bis heute eine ganz andere Auffassung. Er verweist auf drei Frakturen im Halsbereich der Leiche, die seiner Analyse nach eher zu einer Strangulation durch fremde Hand passen könnten. „Das wäre eher mit einer tödlichen Strangulation vereinbar als mit einem Suizid durch Erhängen“, sagte Baden dem US-Sender ABC. Der erfahrene Gerichtsmediziner fügte hinzu, der Würgemal-Abdruck am Hals verlaufe ungewöhnlich horizontal. Bei einem Suizid durch Erhängen ziehe sich die Spur üblicherweise schräg nach oben und ende unterhalb des Kiefers.

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Pathologin Kristin Roman widersprach dieser Einschätzung in ihrer Aussage. Das Zungenbein sei an der Spitze gebrochen, wo es gegen die Wirbelsäule gedrückt habe – ein Befund, der aus ihrer Sicht präzise zu einem Erhängen passe. Bei einer manuellen Strangulation wären eher unregelmäßige Brüche zu erwarten gewesen. Die Physik des Hängens, so ihre Argumentation, hinterlasse andere Spuren als würgende Hände.

Veröffentlicht in den Epstein-Akten: Notizen nach der Autopsie zu Halsverletzungen. (Quelle: Department of Justice)

(Quelle: Department of Justice)

Ein weiterer Streitpunkt, der bis heute zu Zweifeln Anlaß gibt, ist die Schlinge. Als Epsteins Leiche in der Gerichtsmedizin ankam, lag neben dem Körper eine aus Bettlaken gefertigte Schlinge. Fotografien aus seiner Zelle, die das US-Justizministerium später veröffentlichte, zeigen jedoch mehrere mögliche Schlingen aus zerrissenen Bettlaken. Roman räumte im Verhör ein, sie sei „nicht so überzeugt, wie ich es gerne wäre“, welche davon tatsächlich verwendet worden sei. An ihrer Schlußfolgerung ändere das jedoch nichts. Baden hingegen erklärte später, er habe während der Autopsie keine solche Schlinge gesehen.

Auch die Umstände der Todesnacht selbst geben nach wie vor reichlich Nahrung für Spekulationen. Nach Epsteins Tod stellten Ermittler laut Dokumenten des Justizministeriums mehrere „Protokollfehler“ und technische Pannen in der Haftanstalt fest. In der Nacht, in der Epstein starb, wurden vorgeschriebene Kontrollgänge nicht durchgeführt. Kameras im Gefängnis, die den Zellentrakt hätten überwachen sollen, funktionierten teilweise nicht. Die Zelle wurde nicht als Tatort behandelt – ein Versäumnis, das nach Ansicht von Ermittlern mögliche forensische Spuren unwiederbringlich vernichtete.

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Aus den Akten geht zudem hervor, daß auf den Überwachungsvideos eine bislang wenig beachtete Szene zu sehen ist. Eine Kamera, die eine Treppe zu Epsteins isoliertem Zellenblock filmte, zeigt laut einem Beobachtungsprotokoll des FBI einen „orangefarbenen Blitz“, der sich die Treppe hinaufbewegt – möglicherweise ein Häftling in Gefängniskleidung. Offiziell hatte es lange geheißen, in der Nacht von Epsteins Tod habe niemand diesen Bereich betreten.

Epsteins Bruder Mark läßt all dies nicht ruhen. „Wo ich herkomme, da kommt man nicht ungestraft damit davon, meinen Bruder zu ermorden“, sagte er der ABC. Sein Ziel sei eine neue Untersuchung des Falls. Ob sie jemals kommen wird, ist ungewiß. (mü)

Bild Aufmacher: Wikimedia/Federal Bureau of Investigation https://www.justice.gov/epstein/doj-disclosures /gemeinfrei

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