Der Krieg wird zum statistischen Problem: Israel und den USA gehen die Raketen aus

10. März 2026
Der Krieg wird zum statistischen Problem: Israel und den USA gehen die Raketen aus
International
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Foto: Symbolbild

Washington. Entgegen vielen Erwartungen ist der Iran unter den seit mehr als einer Woche anhaltenden schweren amerikanisch-israelischen Bombardements nicht zusammengebrochen. Vielmehr sind die Kapazitäten für eigene Gegenschläge offenbar noch zu einem Gutteil intakt. Sowohl US-Basen in der Region als auch Israel mußten durch anhaltenden iranischen Raketenbeschuß mittlerweile Milliardenverluste hinnehmen – darunter auch präzise Treffer an essentieller militärischer Infrastruktur.

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Iranische „Shahed“-Drohnen haben innerhalb weniger Tage die US-Luftverteidigung an ihrer verwundbarsten Stelle getroffen: fünf hochmoderne Radarsysteme der amerikanischen Raketenabwehr sind ausweislich verschiedener Satellitenbilder, über die unter anderem CNN berichtete, entweder vollständig zerstört oder schwer beschädigt worden. Getroffen wurde ein AN/TPY-2-Radar in Jordanien, das als zentrales Auge des THAAD-Systems dient und eine halbe Milliarde Dollar kostet. Ein US-Beamter bestätigte den Treffer gegenüber „Bloomberg“.

Zwei weitere THAAD-Standorte in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden getroffen; CNN-Satellitenbilder zeigten Brandspuren und Zerstörungen an den Gebäuden, in denen die Radarsysteme stationiert waren. Auch ein THAAD-Standort in Saudi-Arabien wurde getroffen – Rauch stieg über der Prince-Sultan-Airbase auf, das Schutzzelt des Radars ist auf Satellitenaufnahmen verkohlt. In Katar erlitt ein AN/FPS-132-Frühwarnradar im Wert von 1,1 Milliarden Dollar Beschädigungen.

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Ohne diese Systeme, so die Einschätzung von Militärexperten, sind die teuren Abwehrbatterien blind und nahezu wertlos. Die USA besitzen weltweit insgesamt nur acht solcher Systeme; mindestens drei Standorte wurden getroffen.

Die Folgen für die amerikanische Präsenz in der Region sind dramatisch. Die US-Marine hat ihr eigenes Hauptquartier der 5. Flotte in Bahrain für „nicht mehr sicher“ erklärt und das gesamte Personal evakuiert. Satellitenbilder, die von der „New York Times“ veröffentlicht wurden, zeigen zwei zerstörte Radarkuppeln und einen getroffenen Lagerkomplex – verursacht von einer einzigen 35.000-Dollar-„Shahed“.

In Riad wurde die CIA-Station in der amerikanischen Botschaft von zwei Drohnen getroffen; die „Washington Post“ berichtete darüber, die Saudis bestätigten die Schäden. Drei F-15E verloren die Amerikaner zudem durch „friendly fire“: kuwaitische Flugabwehr schoß die Maschinen im Wert von je 100 Millionen Dollar ab. Weitere Angriffe trafen die Basis in Erbil im Irak, wo vier Gebäude zerstört wurden, sowie den Hafen Jebel Ali in Dubai, den größten US-Marinestützpunkt der Region.

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Das renommierte Center for Strategic and International Studies (CSIS) hat die Kosten des Konflikts nach einer Woche Kampfhandlungen errechnet: 891 Millionen Dollar – pro Tag. Die Gesamtverluste an zerstörtem militärischem Gerät belaufen sich laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Agency auf knapp zwei Milliarden Dollar allein in den ersten vier Tagen des Krieges. Iran hat nach eigenen Angaben 27 US-Basen in neun Ländern angegriffen. Sechs amerikanische Soldaten kamen ums Leben.

Ein Ende des Konflikts am Golf könnte sich nun aus einem banalen Grund früher einstellen als geplant: die amerikanisch-israelische Allianz hat enorme Bestände ihrer Raketenbestände verbraucht, Nachschub ist nur begrenzt vorhanden.

Wie CNN unter Berufung auf Militärkreise berichtet, haben die USA eine große Menge ihrer präzisionsgelenkten Langstreckenraketen „verbrannt“. Generalstabschef Dan Caine soll Präsident Trump persönlich gewarnt haben, daß ein längerer Krieg gegen den Iran dramatische Auswirkungen auf die Waffenbestände habe. Das Problem betrifft nicht nur die Offensivwaffen, sondern vor allem die Abfangraketen zur Verteidigung. Außenminister Marco Rubio erläuterte dazu Ende vergangener Woche: „Vergleichen Sie das mit sechs oder sieben Abfangraketen, die pro Monat produziert werden können.“ Der Iran stelle dagegen monatlich 100 Raketen her.

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Trump selbst bemühte sich auf seiner Plattform Truth Social um Beschwichtigung. Die Bestände seien „niemals höher gewesen“, man habe „unendlich Nachschub“. Dann schränkte auch er ein: „Wir haben bei Hochleistungswaffen einen guten Nachschub, aber nicht da, wo wir sein wollen.“ Die Schuld gab er seinem Vorgänger Joe Biden, der zu viele Raketen an die Ukraine geliefert habe.

Waffenexperte Ryan Brobst von der „Foundation for Defense of Democracies“ sieht die Ursachen ebenfalls in einem größeren Kontext: mehrere US-Regierungen hätten über Jahre hinweg versäumt, genügend Abfangraketen zu beschaffen, was die Produktionslinien habe „einschlafen“ lassen. Ein neuer Vertrag zwischen Lockheed Martin und dem Pentagon sieht nun vor, die Fertigung von THAAD-Abfangraketen von 96 auf 400 Stück pro Jahr hochzufahren. Aber auch das ist eine vergleichsweise magere Tranche: allein beim Angriff im vergangenen Juni verbrauchten die USA ein Viertel ihrer THAAD-Bestände.

Senator Mark Kelly, Demokrat und Kritiker Trumps, warnt vor einem „mathematischen Problem“. Die Iraner verfügten über enorme Vorräte an „Shahed“-Drohnen und ballistischen Raketen. „Irgendwann wird dies also zu einem mathematischen Problem, und wir müssen uns fragen, wie wir die Luftabwehrmunition wieder auffüllen können“, sagte Kelly. Eine Antwort darauf hat derzeit niemand. Der Krieg wird für Washington zum statistischen Dilemma. (he)

Bild von Dice Me auf Pixabay

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