Berlin. Im Zeitalter der Seuchen und Zivilisationskrankheiten gehört der Gesundheitsmarkt zu den profitabelsten Märkten der Zukunft – immer mehr Kranke bringen immer höhere Profite. Aber gleichzeitig werden viele Gesellschaften, darunter auch die deutsche, immer ärmer und können sich die steigenden Gesundheitskosten für immer mehr Kranke nicht mehr leisten.
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Das verleitet die Gesundheitspolitik zu rabiaten Lösungsvorschlägen. Jetzt hat sich Josef Hecken, Chef des Gemeinsamen Bundesausschusses, mit einem radikalen Vorschlag zu Wort gemeldet: die deutsche Kliniklandschaft soll drastisch schrumpfen. Hecken hält 700 der derzeit rund 1700 Krankenhäuser in Deutschland für glattweg überflüssig. „Etwa 1000 Krankenhäuser sollten genug sein“, sagte er der „Frankfurter Rundschau“. Der Vorstoß des einflußreichen Gesundheitsexperten hat politisches Gewicht – und entfacht eine Grundsatzdebatte.
Viele Häuser kämpfen bereits mit Defiziten, Personalmangel und maroder Infrastruktur. Nicht zuletzt die ausufernden Energiepreise – ein hausgemachtes Problem der deutschen Politik – treiben sie in die roten Zahlen. Die historisch gewachsene Kliniklandschaft gilt als ineffizient. Statt über finanzielle Hilfen wird nun über radikale Verschlankung diskutiert.
Hecken begründet seine Forderung mit Qualitätsaspekten. Nicht jede Behandlung sei im nächstgelegenen Haus optimal aufgehoben. „Es werden unnötige Untersuchungen oder Behandlungen gemacht, im schlimmsten Fall gibt es Komplikationen, und sie werden in eine besser geeignete Klinik verlegt.“ Spezialisierung sei der bessere Weg.
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Das hieße aber für Patienten: längere Wege in Kauf nehmen. Befürworter versprechen Qualitätsgewinne, Gegner warnen vor Versorgungslücken, besonders auf dem Land. Die Debatte spaltet die Republik.
Die von Ex-Minister Lauterbach angestoßene Krankenhausreform sieht genau solche Schritte vor: Kliniken sollen künftig nur noch klar definierte Leistungen bieten und sich stärker fachlich differenzieren. Doppelstrukturen sollen wegfallen, Qualität gesichert werden. Heckens Äußerungen gehen in die gleiche Richtung. Würde sein Vorschlag umgesetzt, wäre das ein weiterer Schlag gegen die Flächenversorgung des Landes mit gesundheitlicher Versorgung. (rk)
Bildquelle: Pixabay/gemeinfrei
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