Verzweiflung im Reisegepäck: Was Merz in China erreichen kann – und was nicht

3. März 2026
Verzweiflung im Reisegepäck: Was Merz in China erreichen kann – und was nicht
International
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Foto: Symbolbild

Berlin/Peking. Bundeskanzler Friedrich Merz betritt in diesen Tagen erstmals chinesischen Boden – aber nicht als Partner auf Augenhöhe mit den Gastgebern. Denn Deutschlands Wirtschaft befindet sich im Sinkflug, während aus China immer neue Rekordzahlen kommen. Die „Global Times“, Sprachrohr der Pekinger Führung, sieht in Merz´ Besuch denn auch ein stilles Eingeständnis: Berlin sucht Halt in einer Welt, in der es zunehmend den Boden unter den Füßen verliert. Und: ohne China droht Deutschland der endgültig Absturz, doch auch mit China bleibt der Weg steinig.

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Dreißig Konzernchefs aus Automobilbau, Chemie und Maschinenbau begleiten Merz – ein Signal, das in Peking als „pragmatische Kurskorrektur“ gegenüber dem Kurs der „Ampel“ gelesen wird. Die Zahlen geben dieser Lesart recht: über 200 Milliarden US-Dollar Handelsvolumen jährlich, 65 Milliarden an wechselseitigen Investitionen, fast ein Viertel des gesamten EU-Handels mit der Volksrepublik. „Deutschland ist seit langem Chinas größter Handelspartner in Europa“, heißt es aus dem Pekinger Handelsministerium. In Wahrheit agiert die Bundesregierung als Getriebene zwischen transatlantischen Gleichlaufschwankungen, hausgemachten Wirtschaftshemmnissen und wachsender Panik der heimischen Industrie.

Xi Jinping und Ministerpräsident Li Qiang empfangen Merz mit dem Versprechen, die Zusammenarbeit in Zukunftsbranchen wie KI, Biotechnologie und sauberer Energie auszubauen. Doch die Realität ist nicht so ungetrübt: ab Juli 2026 fallen auf jedes Paket aus China – ob von Temu, Shein oder AliExpress – pauschal drei Euro Gebühr an, später folgen volle Zölle ab dem ersten Cent. Die EU-Verordnung 2026/382 will gezielt den Billigimport treffen, der zu 90 Prozent aus China stammt. Deutsche Waren hingegen genießen im Reich der Mitte weiterhin Privilegien: bis zu 650 Euro Wert pro Sendung bleiben zollfrei, die Mehrwertsteuer liegt bei bescheidenen 9,1 Prozent.

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„Dies ist keine strategische Wende, sondern ein technisches Manöver“, urteilt Jian Junbo von der Fudan-Universität. Berlin versucht den Eiertanz zwischen Sicherheitsbedenken und Wirtschaftsinteressen, und das ohne klare Linie. Jiang Feng von der Shanghai International Studies University ergänzt: der Besuch des Kanzlers diene vor allem dazu, „Deutschlands strategisches China-Verständnis zu schärfen“.

Das kann man Merz und Co. nur wünschen. In Wirklichkeit fehlt der Bundesregierung schlicht und einfach der eigene Plan. Günstige Rohstoffe? Fehlanzeige. Bezahlbare Energie? Seit dem Bruch mit Rußland Mangelware. Wettbewerbsfähige Löhne? Ein Witz. Aus dieser – größtenteils selbstverschuldeten – Misere wird China Deutschland nicht retten. Es kann lediglich den Niedergang verlangsamen. Die riesige Delegation im Gepäck des Kanzlers ist deshalb kein Zeichen der Stärke, sondern eher der Verzweiflung. (mü)

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