Cambridge/London. Nicht der Streit ums Geld, sondern der Kampf um Werte polarisiert am meisten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der Universitäten Cambridge und London. Die Forscher legten dabei einen Algorithmus zugrunde, um die tatsächlichen inhaltlichen Positionen der Menschen auszuwerten – nicht ihre Parteizugehörigkeit.
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Das Ergebnis für die USA zeigt: zwischen 1988 und 2024 wuchs die gesellschaftliche Spaltung signifikant. Zwei stabile, in sich geschlossene Blöcke entfernten sich programmatisch immer weiter voneinander. Nicht radikale Minderheiten sind demnach an der Polarisierung der US-Gesellschaft schuld, sondern zwei gleich starke Lager.
Noch aufschlußreicher ist der weltweite Befund. Die Auswertung von Daten aus über hundert Staaten belegt: in den allermeisten Ländern verlaufen die tiefsten Gräben entlang kultureller Fragen. Abtreibung, Homosexualität, traditionelle Familienbilder oder moralische Normen spalten die Gesellschaften stärker als ökonomische Themen.
Der Entwicklungsstand eines Landes entscheidet über die Lagerverteilung. In Staaten mit niedrigem Human Development Index (HDI) stellen kulturell Konservative meist die Mehrheit. In entwickelten Ländern stehen sich hingegen zwei annähernd gleich starke Blöcke gegenüber. In den wohlhabendsten Ländern dominiert oft das liberale Lager.
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Noch ein brisanter Befund, der einer schallenden Ohrfeige für jedwede Zuwanderungspropaganda gleichkommt: ethnische Fragmentierung vergrößert die Distanz zwischen den Lagern, stellt also für den inneren Zusammenhalt einer Gesellschaft alles andere als einen Gewinn dar. Mit zunehmender kultureller Liberalisierung verschieben sich die Mehrheiten, und die Konflikte verschärfen sich: wo traditionelle Normen vorherrschen, gibt es zwar Widerspruch, aber keine gleichstarke Gegenbewegung, die das Land in zwei feindliche Hälften teilt. Erst mit fortschreitender Liberalisierung – wie in den westlichen Gesellschaften – entsteht jenes symmetrische Kräfteverhältnis, das Entscheidungsprozesse erschweren und die Gesellschaft als Ganzes paralysieren kann. Wirtschaftliche Fragen bleiben der Studie zufolge zwar nicht bedeutungslos, aber sie sind nicht länger der primäre Spaltpilz der Gesellschaften. (mü)
Bild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay
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