Martenstein spricht Klartext: „Nazi ist ein moderner Sammelbegriff“

20. Februar 2026
Martenstein spricht Klartext: „Nazi ist ein moderner Sammelbegriff“
Kultur & Gesellschaft
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Foto: Symbolbild

Hamburg. Der Journalist und Kolumnist Harald Martenstein hat dem Hamburger Thalia-Theater einen Abend beschert, an den sich die anwensenden Gäste – zum überwiegenden Teil linksliberales Gutmenschentum – noch lange erinnern werden. Bei Milo Raus Bühnenprozeß „Prozeß gegen Deutschland“, einem fiktiven Verfahren um ein AfD-Verbot, hielt Martenstein eine pointierte Rede, mit der er sich beim Publikum keine Freunde machte. Gleich zu Beginn stellte er klar, daß ein Verbotsverfahren gegen eine Partei mit hohen Zustimmungswerten das „Ende der Demokratie und ihrer Ersetzung durch etwas anderes“ bedeuten würde. „Wie soll das neue System eigentlich heißen? Gelenkte Demokratie? Unsere Demokratie? Bestimmt fällt Ihnen ein schönerer Name ein“, ätzte er.

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Martenstein warnte davor, die AfD pauschal in eine Linie mit den Nationalsozialisten zu stellen. Diese Gleichsetzung, wie sie etwa der Grünen-Vorsitzende Felix Banaszak vorgenommen habe, sei falsch. „Das Gleiche würde er vielleicht auch über Strauß sagen, über Boris Palmer oder über den Weihnachtsmann.“ Aber nicht alles, was rechts sei, sei auch rechtsradikal. Als Beleg führte er konservative Staatsmänner wie Charles de Gaulle, Winston Churchill und Konrad Adenauer an, die er als allesamt „rechts“ verortete, ohne daß jemand ihre Parteien verbieten wollte.

Für ein Verbotsverfahren reiche es nicht, wenn einzelne AfD-Politiker „rechtsextremen Bullshit von sich geben“. Zur Illustration bemühte Martenstein Zitate des früheren langjährigen CSU-Chefs und bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß: „Wir wollen von niemandem mehr, weder von Washington noch von Moskau, auch nicht von Tel Aviv, ständig an unsere Vergangenheit erinnert werden.“ Oder: „Wir brauchen keine Opposition, wir sind schon Demokraten.“ Und: „Ich bin ein Deutschnationaler und fordere bedingungslosen Gehorsam.“ Strauß sei kein „Nazi“ gewesen, nur ein Reaktionär.

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Bei seinem Publikum fand Martenstein mit solchen Vergleichen kein Verständnis. Raunen und Buh-Rufe begleiteten seine Kritik an der inflationären Verwendung des Nazi-Begriffs: „Es ist inzwischen völlig klar, daß Nazi ein moderner Sammelbegriff für alle ist, die nicht an den Sieg des Sozialismus glauben oder an die Wokeness.“ Auch die These, AfD-Wähler wollten keinen neuen Hitler, sondern einen neuen Helmut Schmidt, stieß auf Ablehnung.

Martenstein zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten deutschen Kolumnisten. Seit Anfang Februar schreibt er unter der Überschrift „Mail von Martenstein“ täglich für die „Bild“-Zeitung. (rk)

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