Was kommt nach dem „Eurofighter“? Rüstungsprojekt FCAS droht zu scheitern

17. Februar 2026
Was kommt nach dem „Eurofighter“? Rüstungsprojekt FCAS droht zu scheitern
International
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Foto: Symbolbild

Leiden/Saint-Cloud. Das deutsch-französische Kampfflugzeugprojekt FCAS ist seit langem eines der ehrgeizigsten europäischen Rüstungsvorhaben. Das FCAS (=Future Combat Air System) soll den in die Jahre gekommenen Eurofighter ersetzen. Sein Nachfolger soll von einem gemeinsamen Konsortium aus dem deutschen Airbus-Konzern und dem französischen Flugzeugbauer Dassault Aviation entwickelt werden.

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Aber seit nunmehr fast einem Jahrzehnt tut sich viel zu wenig. Das Projekt kommt nicht in die Gänge. Und schlimmer noch: jetzt droht es zu scheitern. Denn Airbus und Dassault werden sich einfach nicht einig. Die Franzosen pochen auf die alleinige Führung bei der Entwicklung des neuen Kampfjets, was Airbus nicht akzeptiert. Als Ausweg aus der Sackgasse fordern nun der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) und die IG Metall einen radikalen Kurswechsel: statt eines gemeinsamen Kampfflugzeugs soll es künftig zwei verschiedene Jets geben. „Damit würden nicht nur der aktuelle Dissens, sondern auch Planungsunsicherheiten beseitigt“, argumentieren sie.

Wie diese „Zwei-Flugzeuge-Lösung“ konkret aussehen soll, vermag derzeit noch niemand zu sagen. BDLI-Hauptgeschäftsführerin Marie-Christine von Hahn sieht durch den erhöhten deutschen Wehretat jedoch neuen Spielraum. „In Kombination mit einem robust ausgestatteten Bundeshaushalt sind wir in der Lage, selbstbewußt zu investieren und damit industriepolitisch mutige Wege zu beschreiten“, sagt sie.

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Das ursprünglich von Emmanuel Macron und Angela Merkel 2017 angestoßene Prestigeprojekt, ein gemeinsames Kampfflugzeug der sechsten Generation bis 2040, liegt derzeit auf Eis. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen wird nun im Kanzleramt erwartet.

Die deutsch-französischen Mißhelligkeiten sind keineswegs neu. Bereits in den achtziger Jahren verließ Frankreich ein europäisches Kampfflugzeugprojekt und entwickelte stattdessen in eigener Regie die „Rafale“. Die aktuelle Kooperation mit Dassault scheint indes endgültig zerrüttet. Von Hahn wirft dem Partner in einem „Handelsblatt“-Gastbeitrag vor, seit einem Jahr die „Alleinherrschaft“ zu beanspruchen. Diese Haltung sei „eine Aufforderung an uns zur industriellen Selbstaufgabe. Pardon, aber das geht gar nicht“.

Sollte die deutsch-französische Achse brechen, stehen alternative Optionen bereit. Inzwischen wird laut über eine Weiterentwicklung des Eurofighters nachgedacht, dessen Betriebsdauer über das Jahr 2060 hinaus erweitert werden könnte. Auch ein Beitritt zum britisch-italienisch-japanischen Global Combat Air Programme (GCAP) wird erwogen, birgt für die Deutschen jedoch das Risiko, als Nachzügler ins Hintertreffen zu geraten. Schwedens Rüstungskonzern Saab signalisierte ebenfalls Interesse. „Wir stehen bereit für einen gemeinsamen Kampfjet mit den Deutschen“, so Saab-Chef Micael Johansson der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Eine vierte Variante wäre eine enge Kooperation nur mit Spanien, während man mit Frankreich künftig allenfalls noch bei Drohnen und im Bereich Vernetzung zusammenarbeiten würde. (he)

Bildquelle: Wikimedia/Philipp Hayer/CC BY-SA 3.0

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