„Schlechte Nachricht für Rußland“: Frankreichs Generalstabschef plant Seekrieg und Blockaden

13. Februar 2026
„Schlechte Nachricht für Rußland“: Frankreichs Generalstabschef plant Seekrieg und Blockaden
International
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Foto: Symbolbild

Paris. Frankreich spielt derzeit eine besonders undurchsichtige Rolle im Ukrainekonflikt. Einerseits bemüht sich die Regierung Macron – entgegen ihrer demonstrativ martialischen Avancen noch vor wenigen Monaten – um die dezente Revitalisierung diplomatischer Kontakte mit Moskau. Andererseits gibt es durchaus verstörende Signale aus Paris, die eher auf eine weitere Eskalation hindeuten.

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Fabien Mandon, Generalstabschef der französischen Streitkräfte, skizzierte am letzten Mittwoch (4. Februar) in einem Vortrag vor Marineoffizieren das Bild eines künftigen Seekrieges – und ließ dabei keinen Zweifel daran, daß der Feind Rußland sein werde. Im Rahmen einer Konferenz der Seestreitkräfte in Paris sprach der hochrangige Militär rund zwanzig Minuten lang und behandelte einen Konflikt mit Rußland nicht etwa als hypothetische Möglichkeit, sondern eher als unvermeidliche Gegebenheit. Seine Ausführungen kamen einer kaum verhohlenen Kriegserklärung gleich – und konterkarierten insofern auch die dezenten diplomatischen Annäherungsversuche, die die Regierung Macron zuletzt unternommen hat.

Mandon legte die Grundzüge einer neuen, offensiven Marine-Strategie dar. Ziel sei es, Seegebiete zu besetzen und den Gegner in seinen eigenen Hoheitsgewässern einzuschließen. Als Vorbild bemühte er dabei das Vorgehen der USA gegen den Iran. Der Druck, den die Vereinigten Staaten derzeit auf Iran ausüben, indem sie ihre Seestreitkräfte mit ihrer immensen Schlagkraft in der Region bündeln, trage zu einer politischen und diplomatischen Anstrengung bei, führte Mandon aus. „Ohne diesen von der Marine ermöglichten Effekt würden wir nicht die gleichen Ziele erreichen.“ Für Frankreich, das nach Mandons Worten eine „Weltmacht“ bleiben will, bedeute dies die Rückkehr zu einem harten Konfrontationskurs. „Heute bereiten wir uns auf den Krieg vor“, sagte der Generalstabschef. „Und die Rückkehr des Krieges bedeutet die Aussicht auf Konfrontation und die Rückkehr bestimmter Wahrheiten, die Notwendigkeit, ganze Räume zu kontrollieren.“

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Konkret richtete er den Blick auf zwei Schauplätze: die Ostsee und das Mittelmeer. Die Ostsee bezeichnete er, trotz der dortigen russischen Häfen, kurzweg als NATO-Binnengewässer. Die Aufnahme Schwedens und Finnlands in das Bündnis habe die strategische Lage komplett verändert. „Dieses Meer, das zuvor nicht vollständig von der NATO kontrolliert wurde, wird es heute. Und für Rußland ist das eine schlechte Nachricht“, stellte Mandon fest. Er fügte hinzu, die Ostsee „läßt sich jederzeit schließen, wenn man dies wünscht“. Das Augenmerk müsse generell auf der Kontrolle lebenswichtiger Meerengen liegen. „Unsere Marinen müssen in der Lage sein, bestimmte Meerengen zu kontrollieren, Routen und Zugänge zu blockieren.“ Diese Forderung bezog er ausdrücklich auch auf das Mittelmeer, wo der Zugang für russische Schiffe, insbesondere Atom-U-Boote, künftig unterbunden werden soll.

Um diese Pläne umzusetzen, seien die derzeitigen Kapazitäten allerdings bei weitem nicht ausreichend. Mandon, der Luftwaffengeneral ist, beklagte einen Mangel an Schiffen und Raketen und rief zu sofortigen und massiven Aufrüstungsbemühungen auf. Auch hier fand er deutliche Worte: „Dies wird Teil der zukünftigen Bemühungen sein, da es zu einem schwierigen Kampf auf See kommen wird. Und dafür brauchen wir Waffen.“ Beobachtern fiel auf, daß er während seines ganzen Vortrags den Konjunktiv mied und stets im Präsens oder Futur formulierte. Auffallend war zudem, daß er für seine ambitionierten Pläne kaum Verbündete nannte. Lediglich eine gemeinsame Initiative mit Großbritannien gegen den russischen Ölhandel auf See sprach er an.

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Natürlich wirft die ungefilterte Rhetorik, mit der Mandon auftrat, die Frage nach der möglichen Abstimmung mit den NATO-Partnern auf. Deutsche Vertreter waren ausweislich der verfügbaren Aufzeichnungen nicht zugegen, und die deutschen Leitmedien berichteten zunächst nicht über den Auftritt. Inwieweit die Drohgebärden mit Berlin oder anderen Anrainerstaaten abgesprochen waren, bleibt damit offen.

Die Diskrepanz zwischen Mandons Kriegsrhetorik und aktuellen Aktivitäten auf diplomatischer Ebene wird auch durch einen kürzlichen Vorfall unterstrichen. Erst am Donnerstag wurde bekannt, daß Emmanuel Bonne, der wichtigste außenpolitische Berater von Präsident Emmanuel Macron, zu Beginn der Woche Gespräche mit hohen russischen Regierungsvertretern, darunter Wladimir Putins Berater Juri Uschakow, geführt hatte. Präsident Macron bestätigte lediglich, daß „Gespräche auf technischer Ebene stattfinden“.

Bundeskanzler Friedrich Merz gab an, über die Reise informiert gewesen zu sein: „Wir haben darüber schon seit längerer Zeit gesprochen.“ Umso unverständlicher, aber auch riskanter mutet der Pariser Kurs an. Der Kreml wird Mandons Ausführungen mit großem Interesse zur Kenntnis genommen haben. (mü)

Bildquelle: Pixabay/gemeinfrei

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