15 Jahre nach Gaddafis Sturz: Sohn von Unbekannten ermordet

11. Februar 2026
15 Jahre nach Gaddafis Sturz: Sohn von Unbekannten ermordet
International
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Foto: Symbolbild

Tripolis. Libyen kommt nicht zur Ruhe. Das Land befindet sich seit dem vom Westen herbeigeführten Sturz des langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi im Oktober 2011 permanent in Unruhe und ist faktisch in mehrere Teile zerfallen. Jetzt wurde der zweitälteste Sohne Gaddafis, Saif al-Islam al-Gaddafi, in seinem Refugium in der Bergregion Zintan von maskierten Bewaffneten erschossen. Über Täter und Auftraggeber herrscht Unklarheit.

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Der ehemalige Thronfolger hatte vor fünf Jahren in der „New York Times“ seine Absicht erklärt, Präsident Libyens werden zu wollen. Er kündigte einen behutsamen Weg zurück in die Macht an und sprach metaphorisch davon, es „wie beim Striptease“ anzugehen. Dieser Plan ist nun gescheitert.

Saif al-Islam entging nach dem Sturz seines Vaters der Todesstrafe und fand Zuflucht in Zintan, einer ehemaligen Hochburg der Opposition. Dort versuchte er, als Stammesführer eine neue politische Rolle zu finden. Seine Ankündigung, bei den für 2022 geplanten Wahlen anzutreten, trug maßgeblich zu deren Verschiebung bei.

„Der junge Ghadhafi galt als Störfaktor. Bei einer Wahl hätte er rund 20 Prozent der Stimmen gewinnen können“, sagt der Libyen-Experte Jalel Harchaoui. Diese Aussicht machte ihn zum Feind mächtiger Rivalen. Besonders verhaßt war er bei General Khalifa Haftar und dessen Sohn Saddam, die den Osten des Landes kontrollieren. In den Städten Bani Walid und Sirte hingegen blieb er eine verehrte Symbolfigur. „Immer wenn dort Stämme unzufrieden waren, drohten sie, zu Ghadhafi überzulaufen“, so Harchaoui.

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Doch wirkliche Macht besaß Saif al-Islam nicht einmal in Zintan, wo Milizen unterschiedlicher Lager nebeneinander existieren. „Es gibt dort genügend Kommandanten, die 2011 bei den Rebellen waren“, erklärt der Experte.

Gaddafis Tod ändert wenig an der zerrütteten Lage Libyens. Das Land bleibt zwischen der international anerkannten Regierung in Tripolis und der Haftar-Administration im Osten tief gespalten. Während Regierungschef Dbaiba seine Position in der Hauptstadt gefestigt hat, bleiben der Osten und Süden des Landes unregierbar für ihn. Die Haftars, denen vorgeworfen wird, Milizen im Sudan zu unterstützen, werden von mehreren ausländischen Mächten umworben, darunter inzwischen auch der Türkei, die auf ein lukratives Seegrenzen-Abkommen hofft. Das wirtschaftlich ruinierte Land bleibt ein Spielball ausländischer Interessen und korrupter Milizen. (mü)

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