Wiesbaden/Berlin/Düsseldorf. Die Hiobsbotschaften für die deutsche Wirtschaft reißen nicht ab. 2025 sind die deutschen Exporte in die USA spürbar eingebrochen – und dabei sind die aktuellen Turbulenzen im Gefolge der jüngsten Zoll-Drohungen aus dem Weißen Haus noch gar nicht eingepreist.
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Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sanken die Exporte in den ersten elf Monaten 2025 um 9,4 Prozent auf 135,8 Milliarden Euro. Gleichzeitig stiegen die Importe aus den USA um 2,2 Prozent auf 86,9 Milliarden Euro. Damit entwickelte sich der deutsch-amerikanische Handel auf beiden Seiten schwächer als der Gesamtaußenhandel der Bundesrepublik.
Experten sehen darin eine direkte Folge der Zollpolitik unter US-Präsident Donald Trump. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des gewerkschaftsnahen Institut für Makroökoomie und Konjunkturforschung (IMK), prognostiziert: „Der Rückgang dürfte dabei nicht der letzte gewesen sein. Der US-Markt dürfte auf absehbare Zeit für deutsche Exporteure kein Wachstumsmarkt mehr sein, sondern ist zum Risikogeschäft mutiert.“ Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag spricht von einem Jahr der Rekordbelastungen, in dem sich der Handel mit dem wichtigsten Exportmarkt deutlich verringert habe.
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Besonders hart traf es die deutsche Automobilindustrie, deren Ausfuhren von Kraftwagen und Teilen um stattliche 17,5 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro sanken. Auch der Maschinenbau verzeichnete einen Rückgang von neun Prozent. Lediglich pharmazeutische Erzeugnisse konnten ein minimales Plus von 0,7 Prozent halten. Bei den Importen aus den USA legten Pharmaprodukte sogar um 8,1 Prozent zu.
Die veränderte Handelsbilanz führte zu einem drastisch geschrumpften Überschuß. Er fiel um fast ein Viertel auf 48,9 Milliarden Euro – der niedrigste Wert seit 2021. Infolge dieser Entwicklung verloren die USA ihren erst 2024 eroberten Rang als wichtigster Handelspartner Deutschlands wieder an China. Der Gesamthandelsumsatz mit China lag bei 230,8 Milliarden Euro, der mit den USA bei 222,8 Milliarden Euro.
Neben dem Exportrückgang brachen auch die deutschen Direktinvestitionen in den USA ein. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft sanken sie von Februar bis November 2025 um 45 Prozent auf 10,2 Milliarden Euro. Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck-Aufhäuser-Lampe-Privatbank kritisiert die Unsicherheit: „Wegen der Zickzack-Handelspolitik der USA können Unternehmen nicht mehr verläßlich planen.“ Er sieht in der US-Politik ein geopolitisches Instrument und verweist auf den „Fall Grönland“. (se)
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