Neue US-Strafzölle für die Europäer: Ein Schuß ins eigene Knie?

27. Januar 2026
Neue US-Strafzölle für die Europäer: Ein Schuß ins eigene Knie?
International
0
Foto: Symbolbild

Washington/Kiel. Seitdem Donald Trump mit dem Plan von sich reden macht, Grönland für die USA zu erwerben, droht wieder einmal ein Handelskrieg zwischen den USA und den Europäern. Trump hat für alle Länder, die sich seinen Plänen widersetzen sollten, Strafzölle von zehn bis 25 Prozent angedroht. Diesseits des Atlantiks wird nun intensiv diskutiert, wie man der jüngsten Zumutung aus Washington begegnen soll.

Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<

Der Kieler Außenhandelsexperte Holger Görg ist zuversichtlich, daß sich Trumps Zollpläne zum Rohrkrepierer entwickeln werden. In einem Gespräch mit dem „Münchner Merkur“ hält er die angedrohten Sätze von zehn, später 25 Prozent für wirkungslos. „Wir haben das hier am Kiel Institut gerade durchgerechnet. Zehnprozentige Zölle würden die Wirtschaftsleistung um 0,08 Prozent verringern“, so der Experte. Selbst für exportintensive Schlüsselbranchen wie den Automobilbau wären die Folgen nur minimal.

Trumps Plan weise zudem eine eklatante Schwachstelle auf, sagt Görg, der Professor für Außenwirtschaft an der Universität Kiel ist. Da Trump nur einzelne Länder und nicht die gesamte EU ins Visier nehme, könnten betroffene Unternehmen einfach über nicht betroffene Mitgliedstaaten wie Italien liefern. „Trump hat das offenbar nicht richtig durchdacht“, urteilt Görg.

Dennoch fordert der Ökonom ein entschiedenes Vorgehen Brüssels. Der Charakter der transatlantischen Kommunikation habe sich grundlegend geändert. Sei es früher vorrangig um handelspolitische Differenzen gegangen, verfolge die US-Administration nun ein klares geopolitisches Ziel: „Er will Grönland den USA einverleiben.“ In dieser Lage sei klare Haltung geboten. „Wir wissen heute, daß sich Trump von Appeasement nicht beeindrucken läßt und daß man sich auf ihn nicht verlassen kann.“

Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<

Als wirksamste Antwort der Europäer bringt Görg die Möglichkeit ins Gespräch, den eigenen Binnenmarkt für amerikanische Konzerne zu schließen, notfalls mit dem neuen Anti-Coercion-Instrument. Dies treffe vor allem die mächtige Tech-Industrie, auch wenn solche Sanktionen für die EU selbst negative Folgen hätten. Parallel dazu müsse Europa seine Handelsbeziehungen diversifizieren. Die geplanten Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten und Indien seien dafür extrem wichtig, da sie Zugang zu wachsenden Absatzmärkten böten.

Letztlich, so das Fazit des Professors, schade Trump mit seiner Politik in erster Linie seinem eigenen Land. Die ökonomische Last der Zölle treffe nicht den Exporteur, sondern den Importeur. „Die Kosten für die Zölle werden hauptsächlich von den USA getragen – von amerikanischen Firmen und amerikanischen Konsumenten.“ Die europäische Reaktion sollte bei alledem strategisch, nicht nur reaktiv sein. (mü)

Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!

Folgen Sie ZUERST! auch auf Telegram: https://t.me/s/deutschesnachrichtenmagazin

Schreibe einen Kommentar

Die maximale Zeichenanzahl bei Kommentaren ist auf 2000 begrenzt.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert