Immer noch „leere Kisten“: US-Streitkräfte haben Nachschubprobleme

25. Januar 2026
Immer noch „leere Kisten“: US-Streitkräfte haben Nachschubprobleme
International
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Foto: Symbolbild

Washington. Ein knappes Jahr nach Beginn des Ukrainekrieges zogen amerikanische Experten eine vernichtende Bilanz und stellten in einer vielbeachteten Studie („Empty bins“, deutsch: „Leere Kisten“) fest, daß sich infolge der ausufernden Materiallieferungen an die Ukraine bei zahlreichen Waffensysteme und Munitionsarten beängstigende Engpässe eingestellt hatten. Die US-Streitkräfte, resümierten die Autoren, wären unter diesen Umständen nicht in der Lage, zwei größere Konflikte gleichzeitig durchzustehen.

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An diesem Befund hat sich drei Jahre später offenbar nicht viel geändert – obwohl sich die US-Rüstungsindustrie inzwischen über zahlreiche Großaufträge freuen kann und ihre Produktionskapazitäten erweitert hat. Aber die massiven Lieferungen an Verbündete wie die Ukraine und Israel zehren nach wie vor an den Beständen. Diese Sorge veranlaßte Verteidigungsminister Pete Hegseth im Juli 2025, weitere Sendungen in die Ukraine zu stoppen. Das Pentagon sah die Vorräte bei einigen Systemen als zu niedrig für Exporte an, ohne genau zu benennen, um welche Waffen oder Munitionsarten es sich handelt.

Die genaue Größe der militärischen Reserven ist geheim. Analysten müssen schätzen, indem sie Daten über Anschaffungen und Verbrauch in Konflikten auswerten. Jennifer Kavanagh vom Portal „Defense Priorities“ erklärt: „Die sensibelsten Waffen sind klassifiziert. Und ein Teil ist einfach das Chaos von Verteidigungsbudgets und Militäroperationen.“

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Ihrer Einschätzung nach sind die Raketenbestände derzeit am Limit. Die Gründe dafür liegen in ursprünglich bereits geringen Lagerbeständen bei gleichzeitig hohem Verbrauch. Munition wurde sowohl an Partner geliefert als auch bei eigenen Militäroperationen gegen die Huthi oder in Lateinamerika verschossen. Das Tempo, mit dem bestimmte sensible Munitionsarten verbraucht werden, ist viel höher als das Tempo, mit dem sie nachproduziert werden können. Die Rüstungsindustrie ist weiterhin bemüht, ihre Kapazitäten zu steigern. Es besteht aber die Befürchtung, daß das Militär den Bedarf zur Erfüllung seiner globalen Verpflichtungen unterschätzt hat.

Ein Vergleich mit dem Iran bringt den wunden Punkt ans Tageslicht. Kavanagh unterstreicht zwar, der amerikanische Bestand sei viel besser als der des Iran. Der Iran habe im vergangenen Sommer einen großen Teil seiner Munition verbraucht, nimmt sie an. Seine Strategie sei jedoch eine andere: „Iran war bereit, einfach Raketen abzufeuern. Es war nicht unbedingt so wichtig, worauf sie gerichtet waren oder wo sie einschlugen; die Idee war vor allem, Israels Luftverteidigung zu überwältigen und Kosten zu verursachen. Das ist eine ganz andere Strategie als die der USA.“

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Tatsächlich ist diese Taktik gefährlich. Denn jedes anfliegende Ziel kann mehrere Abfangraketen erforderlich machen und so selbst eine überlegene Luftverteidigung überfordern. Auch ein Land mit einem kleineren, weniger hochentwickelten Arsenal kann auf diese Weise für ernste Probleme sorgen. Zwar halten Experten eine umfassende Luftüberlegenheit der USA nach wie vor für gegeben. Eine Bodenoffensive etwa gegen die großen iranischen Landstreitkräfte wäre jedoch ohne einen enormen Aufwand nicht möglich. Zwar verfügen die USA über größere Bestände, doch der Iran dürfte weiterhin über erhebliche Vorräte an Raketen und Geschossen verfügen. Die Zeit der unangefochtenen US-Überlegenheit ist vorbei. (mü)

Bildquelle: US Army/Gemeinfrei

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