NATO unter Druck: Das transatlantische Bündnis bröselt

17. Januar 2026
NATO unter Druck: Das transatlantische Bündnis bröselt
International
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Foto: Symbolbild

Brüssel. Die Fundamente des westlichen Militärbündnisses wackeln. Von Paris bis Ankara lassen aktuelle Entwicklungen auf einen tiefgreifenden Erosionsprozeß erkennen, der die NATO in eine der schwersten Krisen seit ihrem Bestehen zu stürzen droht.

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In Frankreich reichte die Vize-Präsidentin der Nationalversammlung, Clémence Guetté vom Linksbündnis „La France Insoumise“, am 9. Januar einen Entschließungsantrag für einen französischen NATO-Austritt ein. Sie begründete dies mit der „aggressiven“ Politik der USA unter Donald Trump, die eine Bedrohung für die französische Souveränität darstelle. „Die USA entführen einen Staatschef, das zeigt, daß die NATO nicht mehr unseren Interessen dient“, heißt es in der Erklärung. Obwohl der Schritt vorerst symbolisch ist, zeigt er den wachsenden Unmut der Franzosen über das westliche Bündnis. Auch im rechten Lager werden die Stimmen lauter, die einen Austritt fordern.

Noch bedrohlicher wirkt die Abkehr eines langjährigen Schlüsselpartners an der Ostflanke. Die Türkei, die nach den USA über die zweitstärkste Armee im Bündnis verfügt, verhandelt intensiv über einen Beitritt zu einem neuen Verteidigungspakt zwischen Saudi-Arabien und Pakistan. Das im September 2025 geschlossene Abkommen sieht einen Bündnisfall nach dem Vorbild von NATO-Artikel 5 vor. Medien wie „Bloomberg“ berichten von einer im Entstehen begriffenen „Islamischen NATO“. Ein türkischer Beitritt würde die strategische Ausrichtung Ankaras fundamental nach Osten verschieben und einen massiven Konflikt mit den NATO-Verpflichtungen heraufbeschwören.

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Nicht zuletzt kriseln die transatlantischen Beziehungen massiv. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte kürzlich, ein US-Angriff auf das NATO-Mitglied Grönland würde das Ende des Bündnisses bedeuten. Die Zerstörung der Nord-Stream-Pipipeline hat das Vertrauen bereits nachhaltig beschädigt – denn hinter vorgehaltener Hand sind die USA der einzige plausible Verantwortliche hinter dem beispiellosen Sabotageakt im September 2022.

Gleichzeitig treibt die Europäische Union Pläne für eine eigenständigere Verteidigungsstruktur voran, was Beobachter als Vorbereitung auf eine mögliche „EU-NATO“ ohne wesentlichen Einfluß der Nationalstaaten interpretieren. Allerdings sind die Pläne für ein europäisches Verteidigungsbündnis ohne die USA fast so alt wie die NATO selbst – getan hat sich nie etwas.

Dennoch sind die Risse im Bündnis nicht mehr zu übersehen. Die Fassade der Geschlossenheit bröckelt. Das Zeitalter der multipolaren Weltordnung könnte tatsächlich das Ende der NATO einläuten. Nicht zuletzt deshalb, weil sich Washington diesmal einen handfesten Vorteil ausrechnen könnte – die USA könnten sich schlagartig gigantische Ausgaben sparen und sie den Europäern aufbürden, die ohnehin schon auf dem Zahnfleisch daherkommen. Das Jahr 2026 könnte zum Jahr der Entscheidung werden. (mü)

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Ein Kommentar

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