Moskau. Nicht nur die Länder des Westens, auch Rußland kämpft mit anhaltendem Bevölkerungsrückgang. Anders als im Westen stemmt sich die Regierung unter Kremlchef Putin mit großem Engagement gegen die demographische Herausforderung. Doch das Ergebnis nach einem Jahrzehnt dieser Politik ist ernüchternd. Die Zahl der Geburten brach zwischen 2014 und 2024 um ein Drittel ein. Jetzt sah sich Putin selbst veranlaßt, eine magere Bilanz zu ziehen.
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„Leider setzt sich der negative Trend fort, die Geburtenrate sinkt weiter“, gab Putin auf einer Sitzung des Rates für strategische Entwicklung bekannt. Der Kremlchef führt die Misere auf globale Trends und die schwachen Geburtenjahrgänge der 1990er Jahre zurück.
Seit Jahren propagiert der russische Staat das klassische Familienbild mit vielen Kindern als Ideal. Abtreibungen wurden erschwert, öffentliche Darstellungen nicht-traditioneller Lebensweisen unter Strafe gestellt – durchweg legitimiert mit der demografischen Krise. Darüber hinaus wurde ein nationales Demografieprojekt mit einem Volumen von umgerechnet über 40 Milliarden Euro aufgelegt.
Dennoch schrumpft die Bevölkerung ungebremst. Zwischen 2016 und 2024 verlor das Land vier Millionen Einwohner.
Hinzu kommt der Krieg, der ebenfalls als Geburtenbremse wirkt. Rund fünf Prozent aller Männer zwischen 20 und 40 Jahren sind entweder an der Front oder ausgewandert. Das schafft ein Klima der Unsicherheit, in dem Paare Kinderpläne verschieben. Zudem schränken die Rüstungsausgaben den finanziellen Spielraum ein. Während etwa ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Familienförderung fließt, sind es für das Militär 7,2 Prozent.
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Die Folgen sind nicht zu übersehen. Eine Studie der Russischen Präsidialakademie identifizierte im August 130 Kleinstädte, die akut vom Verschwinden bedroht sind. „Jede einzelne Kleinstadt zu retten, ist zu teuer und ineffizient“, kommentiert eine Forscherin aus Skolkowo.
Die langfristigen Aussichten sind düster. Das Carnegiezentrum Russia-Eurasia bezeichnet die aktuelle Krise gar als die gefährlichste der russischen Geschichte – doch da übertreibt das Institut offensichtlich, um die Politik der Putin-Regierung schlechter darzustellen, als sie ist. Die unbestrittene Katastrophe der russischen Geschichte ist die Stalin-Ära mit ihren Millionen Toten durch Deportation, Säuberungen und Kollektivierung.
Dennoch rechnen auch die Vereinten Nationen bis 2100 mit einem Rückgang der russischen Bevölkerung um 20 bis zu 47,2 Millionen Menschen. Der Kreml hält gleichwohl am bisherigen Kurs fest – mehr als die Familien zu fördern, ist schließlich kaum möglich. Putin kündigte weitere Unterstützung für einkommensschwache Familien mit zwei oder mehr Kindern an. Auch an der konservativen Wertewelt, die auf Kinder statt Genderpropaganda setzt, ändert sich nichts. (mü)
Bildquelle: xusenru/pixabay
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