ZUERST!-Hintergrund: Berliner Clan-Kriminalität – Jetzt mischen auch die Türken mit

12. Dezember 2025
ZUERST!-Hintergrund: Berliner Clan-Kriminalität – Jetzt mischen auch die Türken mit
Kultur & Gesellschaft
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Foto: Symbolbild

Berlin. Die Hauptstadt Berlin gilt seit langem als „hot spot“ der deutschen Clan-Kriminalität. Dabei stehen normalerweise Großfamilien mit libanesisch-arabischem Hintergrund im Mittelpunkt. Jetzt wird das Clan-Geschehen in Berlin „bunter“: neuerdings sorgt der Ableger einer türkischen Mafiagruppe für Schlagzeilen. Die Polizei reagierte mit der Schaffung einer Sondereinheit, der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) „Ferrum“. In ihren ersten Wochen kontrollierte diese Einheit 4.361 Personen, überprüfte 2.672 Fahrzeuge und leitete 17 neue Ermittlungsverfahren ein. Bei Kontrollen wurden zahlreiche Waffen sichergestellt, darunter Messer, scharfe Schußwaffen, Schlagstöcke und ballistische Schutzwesten.

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Die Ermittler sehen einen Zusammenhang mit gewaltsamen Auseinandersetzungen in anderen europäischen Ländern. Die Gruppe der „Daltons“, die in Berlin inzwischen ihren deutschen Ableger etabliert hat, wird in europäischen Ermittlungsakten als „landesübergreifende kriminelle und terroristische Vereinigung“ beschrieben. Ihr angebliches Oberhaupt, Baris Boyun, wurde im Mai 2024 in Italien festgenommen. Ihm werden mehrere Tötungsdelikte in Lyon, Athen, Barcelona und Metz zugerechnet. Auch der Mord am Checkpoint Charlie in Berlin wird dieser Serie zugeordnet.

Nach Boyuns Festnahme habe sich die Gruppe in Berlin festgesetzt. Das Landeskriminalamt beschreibt sie als „eigenständige, bewaffnete Gruppierung“, die wiederholt mit Waffenhandel, Bedrohungen, Erpressungen und Körperverletzungen in Erscheinung getreten sei. Sie tritt auch unter dem Namen „Ezgins“ auf, benannt nach dem Spitznamen eines führenden Mitglieds, Emirhan G. Der 24jährige wurde im Oktober 2024 in Kreuzberg verhaftet und sitzt in Untersuchungshaft.

Die Verbindungen zwischen Berlin und der türkischen Führungsebene sind gut dokumentiert. Ermittlungsakten belegen Treffen in Italien, gemeinsame Aufenthalte in der Türkei und regelmäßige Kontakte. Mehrere in Berlin Beschuldigte gelten als „rechte Hand“ oder „operative Kraft“ Boyuns.

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Eine zentrale Rolle spielt bei den illegalen Machenschaften der Waffenhandel. Im Juni 2024 fand die Polizei in einer Wohnung 28 scharfe Schußwaffen – Fälschungen der Pistole Glock 19. Während der Durchsuchung tauchten zwei Verdächtige auf; einer trug eine geladene Pistole im Hosenbund und 58.000 Euro Bargeld bei sich. Im April 2024 nahmen türkische Beamte eine Waffenfabrik hoch, die ebenfalls den Daltons zugerechnet wird. Die Produktion war laut Berichten auch für den deutschen Markt bestimmt. Ein Beschuldigter gab vor Gericht zu, fast 350 illegale Schußwaffen verkauft zu haben, darunter Maschinenpistolen und umgebaute Schreckschußwaffen.

Das Vorgehen der Gruppe umfaßt systematische Schutzgelderpressungen. Dabei ist ein bestimmtes Muster erkennbar: ein Anruf auf Türkisch, Drohungen und schließlich Gewalt. Im Januar 2024 forderte ein Unbekannter von einem Berliner Gastronomen 100.000 Euro. Wenige Wochen später schossen Unbekannte auf sein Lokal und warfen Molotowcocktails. Im November 2024 wurde auf ein Restaurant am Kottbusser Tor geschossen. Zuvor war der Besitzer per Telefon bedroht worden, weil er angeblich mit der Polizei kooperierte. Der Anrufer nannte die Namen „Daltons“ und „Baris Boyun“. Es geht den Ermittlern zufolge nicht nur um Geld, sondern auch um die Kontrolle über Lieferketten und Personal.

Die Polizei geht davon aus, daß das Netzwerk in Berlin größer ist als bislang bekannt und weitere Unterstützer im Stadtgebiet aktiv sind. In der Türkei wurde im September Anklage gegen 105 mutmaßliche Mitglieder der Daltons erhoben. Die mehr als 1500 Seiten umfassende Anklageschrift beschreibt eine ungewöhnlich junge Gruppierung; viele Mitglieder seien zwischen 15 und 20 Jahre alt und würden von den Anführern ähnlich wie „Kamikaze-Drohnen“ eingesetzt.

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Die Arbeit der BAO „Ferrum“ gestaltet sich schwierig. Einsätze wie in einem Café in Spandau, wo nach einer Prügelei mit Polizisten kontrolliert wurde, lassen die alltäglichen Herausforderungen erahnen. Observationskräfte verfolgten einen Transporter mit Spielautomaten, der mutmaßlich Waffen transportierte. Der Fahrer wurde festgenommen, die verdächtigen Taschen blieben jedoch verschwunden. Bei einer Kontrolle an der Sonnenallee fiel einem Verdächtigen ein Reagenzglas mit weißem Pulver aus dem Hosenbund, ein anderer trug ein verbotenes Klappmesser.

Die Gewalt in Berlin ist laut einem internen Polizeivermerk „kein lokal begrenztes Phänomen“, sondern Ausdruck eines Konflikts, der „in der Türkei begann, europaweit ausgetragen wird und nun in Berlin seine Wirkung entfaltet.“ Nach allem, was von der Bekämpfung der libanesischen Clan-Kriminalität her bekannt ist, wird es schwierig bis unmöglich sein, die neue Türken-Mafia wieder in ihre Schranken zu weisen. Auch die Daltons sind gekommen, um zu bleiben. (rk)

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