Berlin. Vor kurzem schwor Heeresinspekteur Christian Freudig im Rahmen einer beeindruckenden Fackelzeremonie die Litauen-Brigade der Bundeswehr darauf ein, in künftigen Konflikten auch „siegen“ zu können. Doch der Weg bis dorthin ist steinig. Denn die Bundeswehr kommt trotz Milliardensummen, die die Politik für sie locker macht, nicht aus den Negativschlagzeilen.
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Jetzt legt ein weiteres digitales Großprojekt eine peinliche Panne hin. Nach den Problemen beim Digitalfunk verzögert sich nun auch die Umstellung auf eine neue SAP-Software für Verwaltung, Logistik und Material. Der eigentlich für Oktober geplante Start wurde auf das zweite Quartal 2026 verschoben.
Hintergrund ist der auslaufende Support für das alte System SASPF, das seit 2009 im Einsatz ist. Über diese Software laufen zentrale Prozesse: Rüstungseinkauf, Ersatzteilbestellungen, die tagesaktuelle Einsatzbereitschaft von Waffensystemen sowie Personalangelegenheiten vom Krankenstand bis zur Besoldung. SAP hatte die Standardwartung bis Ende 2027 begrenzt; ein Weiterbetrieb wäre nur mit hohen Zusatzkosten möglich und spätestens 2030 endgültig vorbei gewesen.
Doch der Übergang zur neuen cloudbasierten Plattform S/4Hana gestaltet sich holprig. Laut einer vertraulichen Ministeriumsvorlage gab es „abnahmeverhindernde Probleme“. Ein interner Sachstandsbericht vom September spricht von „mangelhafter Funktionalität“ und „nicht ausreichender Einsatzreife“. Der SAP-Vorstand räumte bereits im August eine „mangelnde Softwarequalität“ ein und empfahl die Verschiebung.
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Kernproblem ist die Datenmigration. „Die fehlerfreie Weitergabe von Daten kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht verläßlich sichergestellt werden“, heißt es im Ministeriumspapier. Die Testphasen mußten „immer weiter verlängert“ werden. Der zuständige Abteilungsleiter für Rüstung schrieb, die Verschiebung sei „zwingend erforderlich“ gewesen. Er empfahl für den neuen Termin „eine unkonkrete Formulierung“ wie „binnen Jahresfrist o.ä.“.
Neben technischen Mängeln gibt es offenbar auch Akzeptanzprobleme bei der Truppe. Die Verzögerung soll nun „allen Beteiligten ein Mindestmaß an Zeit“ geben, „die Lösung weiter zu optimieren und so die Akzeptanz in der Bundeswehr insgesamt zu verbessern“.
Die Panne ist die zweite große Verzögerung bei der Digitalisierung der Bundeswehr. Auch die Umstellung auf Digitalfunk verläuft schleppend. Der Heereschef besichtigte diese Woche einen Systemtest und befand die Fortschritte für „nicht zufriedenstellend“. (st)
Bild: Pixabay/gemeinfrei
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