Bern. Auch an der Schweiz geht die veränderte Sicherheitslage in Europa nicht spurlos vorbei. Zwar betont die Eidgenossenschaft nach wie vor ihre außenpolitische Neutralität. Aber die Zeiten, in denen sich die Schweiz als Insel der Seligen fühlen konnte, sind vorbei. Jetzt prüft die Militärführung in Bern, wie die rund 8.000 im Land verstreuten Bunkeranlagen – einige davon noch aus dem Jahr 1886 – modernisiert und wieder nutzbar gemacht werden können. Die einst für den Schutz strategischer Schlüsselstellen wie der Gotthardbahn und alpiner Pässe errichteten Festungswerke waren während des Zweiten Weltkriegs und des Kalten Krieges zentrale Bestandteile des Schweizer Réduit-Systems.
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Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts gerieten sie jedoch in Vergessenheit. Sparmaßnahmen und geänderte Sicherheitsprioritäten führten dazu, daß viele Anlagen an Privatpersonen veräußert wurden. Kreative Nutzer verwandelten die ehemaligen Wehranlagen in ungewöhnliche Zweckbauten: von Käsereifekellern über Kunstausstellungsräume bis hin zu Hochsicherheitsdatenspeichern für Kryptowährungen – wie etwa das „Schweizer Fort Knox“ im Kanton Bern – fanden die Betonfestungen überraschende zivile Verwendungen.
Doch seit 2023 hat die Armee den Verkauf gestoppt und untersucht stattdessen militärische Wiederbelebungsszenarien. „Wir müssen das nutzen, was wir haben“, erklärte Generalstabschef Thomas Süssli gegenüber Schweizer Medien. Gleichzeitig räumt er ein: „Die Art der militärischen Bedrohungen hat sich geändert. Die Bunker sind schlecht plaziert, und die Waffen, die sie enthalten, werden nur noch zehn oder zwanzig Jahre halten.“
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Nun soll das historische Bunkernetz durch moderne Technologien zu „schwer angreifbaren Verteidigungsknoten“ ausgebaut werden – kosteneffizient und mit minimalem Personalaufwand. Parallel dazu wurden einige umgebaute Anlagen als Flüchtlingsunterkünfte zweckentfremdet. Die Schweizerische Gesellschaft für Technologie und Armee (STA) plant für Mitte September einen „Innovationstag“, um weitere Nutzungsideen zu sammeln. „Wir suchen nach Ideen aus allen Bereichen, nicht nur aus der Verteidigung“, betonen die Organisatoren.
Während andernorts Privatleute Luxusbunker als Krisenvorsorge erwerben, zeigt die Schweiz damit beispielhaft, wie historische Infrastruktur den aktuellen Sicherheitsherausforderungen angepaßt werden kann. Die politische Großwetterlage nimmt nun einmal keine Rücksicht. (mü)
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