Washington. Die USA bereiten sich seit langem auf einen Großkonflikt mit China vor – aber offenbar nicht genug. Denn eine aktuelle Studie des China-Sonderausschusses des Repräsentantenhauses deckt jetzt beängstigende Mängel auf, sollte der Konflikt mit der Volksrepublik demnächst „heiß“ werden.
Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<
Die amerikanischen Bestände an Raketen wären dann nämlich innerhalb kürzester Zeit aufgebraucht und kurzfristiger Nachschub nicht vorhanden. Die Bestände an Langstrecken-Antischiffsraketen wären innerhalb von drei bis sieben Tagen vollständig erschöpft, heißt es in der Untersuchung, die Bestände an Langstrecken-Marschflugkörpern innerhalb eines Monats.
Die US-Strategen gehen davon aus, daß sich ein bewaffneter Konflikt mit China an Taiwan entzünden wird, das sich Peking eher früher als später mit militärischer Gewalt „zurückholen“ dürfte – im Reich der Mitte wird die Insel nach wie vor als Bestandteil Chinas betrachtet.
Auch um die Munitionsvorräte Taiwans wäre es der Studie zufolge schlecht bestellt – die Bestände an Mittelstrecken-Antischiffsraketen wären ebenfalls innerhalb einer Woche aufgebraucht, sollte es zum Krieg kommen.
Weil die US-Rüstungsindustrie derzeit nicht im Kriegsmodus produziert, würde es im Ernstfall extrem lange dauern, Ersatz für die verbrauchten, oft hochkomplexen Waffensysteme zu schaffen. So würde es unter den gegenwärtigen Umständen etwa zwei Jahre dauern, um nennenswerte Bestände an wichtiger Munition wie „Tomahawk“-Marschflugkörpern und Boden-Luft-Raketen zu produzieren.
Die Zahlen aus dem China-Sonderausschuß basieren auf einer Simulation, die Ende November von der Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS) durchgeführt wurde. Dabei wurden für die US-Marine schmerzhafte Verluste prognostiziert: bis zu 20 Kriegsschiffe, zwei Flugzeugträger und 200 bis 400 Kampfflugzeuge gingen in der Simulation eines Waffenganges mit China verloren. Auch hier würde es viel zu lange dauern, bis Ersatz für das zerstörte Kriegsgerät verfügbar wäre: der Wiederaufbau der Flotte würde Jahre bis sogar Jahrzehnte dauern. Allein die Indienststellung neuer Flugzeugträger könnte 40 Jahre dauern, der Bau neuer Angriffs-U-Boote etwa acht Jahre. Flugzeuge könnten je nach Typ zwischen anderthalb und zwölf Jahre in der Produktion dauern.
Auf der anderen Seite des Pazifiks, in China, plant man demgegenüber viel zielstrebiger. Die Volksrepublik verfügt demnach über eine 250mal größere Kapazität im Schiffsbau als die Vereinigten Staaten. Schon letztes Jahr hatte das Strategische Kommando der USA davor gewarnt, daß China die USA bei der Anzahl landgestützter Interkontinentalraketen überholt habe.
In US-Expertenkreisen wird davon ausgegangen, daß die chinesischen Streitkräfte bis 2027 ausreichend für den Angriff auf Taiwan ausgerüstet sein werden – und der chinesische Rüstungssektor wächst weiter. Für die USA kommt zusätzlich belastend hinzu, daß die militärische und rüstungsökonomische Basis durch weltweite Konflikte wie im Nahen Osten und den Krieg in der Ukraine stark belastet ist.
Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<
Jake Sullivan, Nationaler Sicherheitsberater des Weißen Hauses, brachte es jüngst auf einer Veranstaltung des CSIS auf den Punkt und gab zu bedenken: „Gott bewahre, daß wir in einen umfassenden Krieg mit der Volksrepublik China geraten. Aber jeder Krieg mit einem Land wie der Volksrepublik China und einem Militär wie dem ihren wird sehr schnell zum Erschöpfen der Munitionsvorräte führen.“ (mü)
Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!
Folgen Sie ZUERST! auch auf Telegram: https://t.me/s/deutschesnachrichtenmagazin