London. Der britische Premierminister Johnson verteilt schon einmal die Prioritäten für die Zeit nach dem Brexit. Der „Telegraph“ meldet jetzt, daß sich Johnson darauf vorbereitet, mit den USA Handelsgespräche früher als mit der Rest-EU zu führen.
Der Brexit-Beauftragte des Europaparlaments geht unterdessen nicht davon aus, daß sich die EU-Staaten bei Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit London nach dem Brexit auseinanderdividieren lassen. Das machte Guy Verhofstadt in einem Radiointerview deutlich: „Es gibt seit dem Brexit wirklich ein Gefühl, daß dieses europäische Projekt wichtig ist, daß der Binnenmarkt entscheidend ist, um in der Welt von morgen zu überleben“, sagte Verhofstadt. Wenn es eine gute Sache am Brexit gebe, dann, daß der EU-Austritt der Briten als abschreckendes Beispiel auf dem Kontinent gewirkt habe, suggerierte der EU-Spitzenfunktionär.
Großbritannien wird die EU am 31. Januar verlassen. Bis Ende des Jahres gilt eine Übergangsphase, während der fast alles beim alten bleibt. In dieser Zeit wollen beide Seiten ein Abkommen über die künftigen Beziehungen aushandeln. (mü)