Ein neuer Angstgegner für die EU: Brexit-Hardliner Boris Johnson wird neuer britischer Premierminister

26. Juli 2019
Ein neuer Angstgegner für die EU: Brexit-Hardliner Boris Johnson wird neuer britischer Premierminister
International
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Foto: Symbolbild

London. Die EU hat es ab sofort mit einem weiteren Angstgegner zu tun: Ex-Außenminister Boris Johnson wird Chef der britischen Konservativen und damit neuer Premierminister. Er behielt in der Stichwahl seiner Partei die Oberhand gegen seinen Nachfolger im Außenministerium, Jeremy Hunt. Damit folgt Johnson als Regierungschef Theresa May nach, die im Dauerstreit um den Brexit zermürbt aufgab.

Die Wahl fiel eindeutig aus: Johnson bekam 92.153 Stimmen, Hunt 46.656. Die etwa 160.000 Parteimitglieder hatten für die Entscheidung zwischen Johnson und Hunt mehrere Wochen Zeit gehabt. Schon am Mittwoch soll Johnson zum Premierminister ernannt werden.

In einer ersten Reaktion kündigte der künftige Regierungschef an, das Chaos um den EU-Austritt Großbritanniens zu beenden und die Spaltung im Land zu überwinden. Die Ziele seien nun, den Brexit zu vollziehen, das Land zu vereinen und Oppositionschef Jeremy Corbyn zu besiegen, sagte Johnson. Er wolle den „Wunsch nach Freundschaft mit Europa“ und die „Sehnsucht nach demokratischer Selbstbestimmung“ vereinen. Der Brexit-Hardliner will Großbritannien am 31. Oktober aus der Europäischen Union herausführen – notfalls auch ohne Abkommen.

Als einer der ersten Gratulanten stellte sich US-Präsident Trump bei Johnson ein. „Er wird großartig sein!“, twitterte Trump, der mehrfach seine Sympathien für Johnson und dessen Politikstil geäußert und zugleich Vorgängerin May scharf kritisiert hatte.

Aus dem deutschen Bundestag kamen Glückwünsche nur von der AfD-Fraktionschefin Alice Weidel erklärte in einer Pressemitteilung: „Ich bin zuversichtlich, daß es ihm gelingen kann, die nun schon Jahre andauernde Hängepartie um den Brexit zügig zu beenden und für klare Verhältnisse zu sorgen. (…) Die EU-Granden bekommen somit den britischen Premierminister, den sie verdienen.“ (rk)

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