
Die AfD-Spitze auf dem Gründungsparteitag in Berlin (v.l.n.r.): Frauke Petry, Konrad Adam, Bernd Lucke (Foto: ZUERST!-Archiv)
Berlin. Der Vorsitzende der Euro-kritischen Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hat offenbar eine freiwillige Frauenquote für die Besetzung der Liste zur Europawahl vorgeschlagen.
In einem internen Rundschreiben an die Delegierten des schleswig-holsteinischen Landesverbandes für den Parteitag zur Aufstellung der bundesweiten Liste am 25. Januar in Aschaffenburg heißt es: „Am 19.12.2013 kam es zu einer Diskussion zwischen Bernd Lucke und den Landessprechern. Es wurde Übereinkunft erzielt darüber, daß (…) vermieden werden solle, eine uniforme Liste z.B. ausschließlich mit Ökonomieprofessoren fortgeschrittenen Alters zu wählen. Unsere Liste solle ausgewogen sein, auch damit sich der ‚Volksparteicharakter‘ in unserer Kandidatenschaft abbildet.“ Teil dieser Ausgewogenheit sei es, daß „ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen hergestellt“ werde, zitiert das Portal „freiheitlich.me“ aus dem Papier. „Herr Lucke schlug vor, daß mindestens jeder dritte Listenplatz von einer Frau besetzt werden soll. Der Vorschlag fand allgemeine Zustimmung.“ Gerüchten zufolge soll damit die parteiintern umstrittene Pressesprecherin Dagmar Metzger an aussichtsreicher Stelle positioniert werden.
Zugleich wurde bekannt, daß der renommierte Euro-, EU- und Islamkritiker Karl Albrecht Schachtschneider nun doch nicht für die Partei kandidieren wird. Ein Mitglied des bereits gebildeten „Teams Schachtschneider“ bestätigte der „Welt“ auf Anfrage, Schachtschneider werde entgegen den bisherigen Planungen nicht kandidieren. Eine bereits geplante Kampagne sei kurzfristig abgebrochen worden. Über die Gründe wurde offiziell nichts weiter bekannt, Hintergrund soll jedoch mangelnde Unterstützung der Parteiführung sein.
Stattdessen wird sich offenbar der ehemalige BDI-Chef Hans-Olaf Henkel um einen der vorderen Listenplätze hinter Lucke bewerben. Lucke bestätigte gegenüber n-tv, daß Henkel inzwischen der Partei beigetreten sei. „Ich gehe davon aus, daß Herr Henkel für uns bei der Europawahl kandidiert“, sagte er. „Der Beitritt von Herrn Henkel ist sehr wichtig für uns. Er ist eine anerkannte und erfahrene Persönlichkeit. Mit seinem Wissen über die Wirtschaft ist Henkel so etwas wie ein Kronzeuge für die Richtigkeit unserer Behauptungen“, so Lucke.