Washington/Teheran/Islamabad. In der Nacht zum Mittwoch hielt die Welt den Atem an. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mit der „völligen Zerstörung“ Irans und der Auslöschung einer „ganzen Zivilisation“ gedroht, wenn der Iran nicht unverzüglich die Straße von Hormus wieder öffne. Er hatte Teheran ein Ultimatum bis zwei Uhr nachts mitteleuropäischer Zeit gestellt.
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Kurz vor Ende der Frist einigten sich die Kriegsparteien dann überraschend auf eine zweiwöchige Waffenruhe. Der plötzliche Kurswechsel folgte der iranischen Zusage, die Straße von Hormus – Lebensader des globalen Ölhandels – wieder für den Schiffsverkehr freizugeben. Die Einigung wurde durch Vermittlung Pakistans erreicht.
Trump präsentierte sich nach der Einigung in üblicher Großspurigkeit als Architekt des Friedens. Die USA hätten ihre militärischen Ziele erreicht, erklärte er und verwies auf einen iranischen Zehn-Punkte-Plan, der nun als Verhandlungsgrundlage diene. Die diesbezügiche Erklärung des iranischen Obersten Nationalen Sicherheitsrat läßt aber ein anderes Bild erkennen: „Der Feind bettelt um einen Waffenstillstand“, heißt es darin, während Teheran seinerseits betont, fast alle Kriegsziele erreicht zu haben. Die Waffenruhe bedeute kein Ende des Konflikts, sondern eine „Fortsetzung des Schlachtfelds“ auf diplomatischem Parkett.
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Kern der Vereinbarung ist die vorübergehende Öffnung der Straße von Hormus – allerdings unter iranischen Bedingungen. Teheran besteht auf ein „sicheres Transitprotokoll“, das seine Kontrolle der Meerenge garantiert; dazu gehört, daß passierende Schiffe künftig eine Abgabe an den Iran zu entrichten haben. Zudem fordert Teheran den Abzug aller US-Streitkräfte aus der Region, die Aufhebung sämtlicher Sanktionen (denen das Land seit mittlerweile 47 Jahren unterworfen ist) sowie die Freigabe aller im Ausland blockierten iranischen Vermögenswerte. Besonders brisant: die Forderungen sollen in einer verbindlichen Resolution des UN-Sicherheitsrats verankert werden, was ihnen völkerrechtliches Gewicht verleihen würde. „Die Annahme dieser Resolution wird einen großen diplomatischen Sieg für die iranische Nation bringen“, heißt es dazu aus Teheran.
Die Verhandlungen sollen bereits am Freitag in Islamabad beginnen. Allerdings prägt Mißtrauen die Atmosphäre: die iranische Seite betont, die Waffenruhe gelte nur für 14 Tage – und nur, „wenn die Angriffe auf den Iran aufhören“. Sollten die USA ihre Zusagen nicht einhalten, droht Teheran mit sofortiger Wiederaufnahme der Kampfhandlungen. „Unsere Hände sind am Auslöser“, warnt die Erklärung des Sicherheitsrats.
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Während Trump die Einigung als großen Erfolg seiner Präsidentschaft feiert, ist man in Teheran realistischer und betrachtet den Waffenstillstand bestenfalls als Etappensieg. Sollten die USA und vor allem Israel, die treibende Kraft hinter dem völkerrechtswidrigen Angriff vom 28. Februar, den Bedingungen zustimmen, käme dies allerdings tatsächlich einer historischen Niederlage der USA und Israels gleich. Aus iranischer Sicht gilt es nun, sie politisch zu zementieren.
Ob die Waffenruhe hält und zu einer dauerhaften Friedenslösung beitragen kann, ist im Augenblick völlig offen. Alles wird davon abhängen, ob Washington bereit ist, Teherans Forderungen nach einem vollständigen Rückzug aus der Region und der Anerkennung einer regionalen Vorherrschaft Irans zu akzeptieren.
Am Vorabend der Einigung hatten sich im ganzen Land dramatische Szenen abgespielt. In Erwartung der angekündigten amerikanisch-israelischen Angriffe auf Einrichtungen der iranischen Verkehrs- und Energieinfrastruktur hatten sich Hunderttausende Iraner als freiwillige menschliche Schutzschilde bei bedrohten Einrichtungen versammelt und ihre Bereitschaft bekundet, sich zu opfern. Millionen hatten sich darüber hinaus in den letzten Tagen mit Blick auf die erwartete amerikanische Bodenoffensive als Freiwillige zu den Waffen gemeldet, darunter auch Präsident Massud Peseschkian.
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Angesichts der im letzten Augenblick erzielten Einigung ist der Jubel in den Städten des Landes nun grenzenlos. Unabhängig davon, ob der Frieden hält, können die Iraner für sich in Anspruch nehmen, zwei der größten Militärmächte der Welt, darunter die Supermacht USA, wochenlang erfolgreich die Stirn geboten zu haben – eine Leistung, die schon jetzt historisch ist. (mü)
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