Tel Aviv. Nach mehr als vier Wochen Krieg ächzt Israel unter den unverminderten Gegenschlägen des Iran und der permanenten Belastung der Armee. Jetzt hat Ministerpräsident Netanjahu eine Zwischenbilanz gezogen und dabei die Einschätzung geäußert, daß mehr als die Hälfte der Ziele erreicht worden seien. „Wir haben definitiv die Hälfte hinter uns“, sagte Netanjahu in einem Interview mit dem US-Sender „Newsmax“.
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Auf einen Zeitplan für ein Ende des Krieges mit dem Iran wollte sich der israelische Ministerpräsident nicht festlegen. Er wolle keinen Zeitrahmen vorgeben, sagte Netanjahu dem US-Sender. Zugleich betonte er, der Krieg sei mehr als zur Hälfte erledigt „im Hinblick auf die Missionen, nicht unbedingt im Hinblick auf die Zeit“.
Netanjahu zeigte sich zudem zuversichtlich, daß die iranische Führung fallen werde. „Ich denke, dieses Regime wird von innen heraus zusammenbrechen“, sagte er. „Wir schwächen ihre militärischen Fähigkeiten, wir schwächen ihre Raketenfähigkeiten, wir schwächen ihre atomaren Fähigkeiten, und wir schwächen sie außerdem von innen.“
Im Augenblick sieht es allerdings eher für Israel schlecht aus. Der israelische Generalstabschef Eyal Zamir warnte erst dieser Tage in einer Sitzung des sicherheitspolitischen Kabinetts offen vor einem inneren Kollaps der israelischen Streitkräfte. Zehn „rote Flaggen“ habe er gehißt – ein militärischer Hilferuf, der unmißverständlich ist.
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Zamir übertreibt nicht. Seit Oktober 2023 befindet sich die israelische Armee im ständigen Ausnahmezustand. Die Israel Defense Forces (IDF) operieren gleichzeitig im Gazastreifen, im Libanon, im Westjordanland, in Syrien und – seit der jüngsten Eskalation – auch gegen Ziele im Iran. Hinzu kommt die Bindung zusätzlicher Kräfte für den Schutz immer neuer Siedlungen im Westjordanland. Die Diskrepanz zwischen dem, was politisch gefordert wird, und dem, was militärisch leistbar ist, wächst mit jedem Tag.
Der General hat deshalb klare Forderungen an die Politik. Er verlangt ein umfassendes Wehrgesetz, das auch bisher weitgehend vom Militärdienst befreite Bevölkerungsgruppen einbezieht, vor allem die Ultraorthodoxen, die in Israel traditionell von der Wehrpflicht ausgenommen sind. Darüber hinaus fordert Zamir eine grundlegende Stärkung der Reserve sowie eine Verlängerung des Pflichtdienstes. Mit diesen Forderungen rührt der General an die Grundfesten der israelischen Innenpolitik, denn die Befreiung der Orthodoxen vom Wehrdienst ist seit Jahrzehnten ein hochbrisantes Thema im Land. Ex-Premierminister Naftali Bennett beziffert den Personalmangel auf rund 20.000 fehlende Soldaten.
Alles in allem ist es mithin eher Israel, das mit dem Rücken zur Wand steht. Vier Wochen Angriffskrieg und die Ausschaltung der kompletten Staatsführung gleich zu Beginn waren bislang nicht ausreichend, um die Iraner in die Knie zu zwingen. (mü)
Bildquelle: Wikimedia/IDF Spokesperson’s Unit/CC BY-SA 3.0
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