Überraschender Nebeneffekt des Krieges: USA werden Flüssiggas-Supermacht

31. März 2026
Überraschender Nebeneffekt des Krieges: USA werden Flüssiggas-Supermacht
International
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Foto: Symbolbild

Washington. Politisch macht US-Präsident Donald Trump im Krieg am Persischen Golf alles andere als eine gute Figur. Erst verkündet er großspurig, der Krieg sei eigentlich so gut wie gewonnen, weil keine Ziele mehr übrig seien. Dann muß er feststellen, daß die angeblich besiegten Iraner die für den internationalen Ölhandel eminent wichtige Straße von Hormus sperren, und stellt Teheran ein Ultimatum, um sie wieder zu öffnen. Als das nichts fruchtet, kündigt er einen Bodeneinsatz des US-Militärs an – sieht sich aber schon wenig später genötigt, die NATO-Verbündeten und sogar China um Unterstützung anzugehen. Vergeblich – alle lehnen dezent ab. Selten stand ein US-Präsident gelackmeierter da als Trump.

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Doch ökonomisch kann sich Trump ins Fäustchen lachen. Denn infolge des gut dreiwöchigen Krieges hat sich die geopolitische Landkarte des globalen Flüssiggas-Marktes drastisch verändert – zugunsten der USA. Nach iranischen Drohnenangriffen auf katarische LNG-Anlagen und der Blockade der Straße von Hormus steht die katarische Konkurrenz plötzlich vor dem Aus – und Amerika fällt die Vorherrschaft im Gasgeschäft in den Schoß.

Der Chef des Betreiberunternehmens QatarEnergy, Saad al-Kaabi, beschreibt die Lage schonungslos: die iranischen Angriffe hätten zwei von 14 Produktionssträngen und eine der beiden Verflüssigungsanlagen zerstört. Die Reparaturen werden drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen. In dieser Zeit werden jährlich 12,8 Millionen Tonnen LNG-Exporte ausfallen. Die finanziellen Folgen sind verheerend: 20 Milliarden US-Dollar an entgangenen Jahreseinnahmen.

Noch dramatischer wird die Lage durch die blockierte Straße von Hormus. Selbst bei einer Wiedereröffnung werden Reeder und Versicherer die Route nach Einschätzung von Experten monate- oder gar jahrelang meiden. Und ein Ende des Konflikts ist derzeit nicht absehbar.

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Den Amerikanern spielt das alles in die Hände. Analysten von „Criterion Research“, einer auf den Gasmarkt spezialisierten Beratungsgesellschaft, erwarten eine Verdopplung der amerikanischen LNG-Exporte bis 2030. Die Lücke, die Katar hinterläßt, sei so groß, „daß sie den Markt für ein Jahrzehnt umstrukturieren wird“. Das North-Field-Expansionsprogramm, Katars Herzstück für die Zukunft, sei „ebenfalls tot“. Es entstehe eine Versorgungslücke von „über 100 Millionen Tonnen pro Jahr bis in die frühen 2030er-Jahre“. Kein anderer Produzent könne „diese Menge in absehbarer Zeit ersetzen“. Nicht einmal die Amerikaner – doch deren LNG-Exporte werden angesichts der weltweiten Mangellage künftig von den Kunden in Gold aufgewogen.

Selbst China, bisher größter Abnehmer von iranischem Gas, bleibt nur der Umstieg auf US-Flüssiggas – was Washington geopolitisch und wirtschaftlich stärkt und Washington einen unschätzbaren Trumpf gegenüber Peking an die Hand gibt. Die Europäer wiederum erleben bereits einen drastischen Preissprung: Gas-Futures stiegen um bis zu 35 Prozent und liegen nun mehr als doppelt so hoch wie vor dem Krieg. Europa zahlt den Preis des Krieges in Form höherer Rechnungen, noch größerer Abhängigkeit und politischer Bedeutungslosigkeit. Daß Brüssel unter diesen Umständen unverdrossen weitere Milliardensummen nach Kiew pumpt, während gleichzeitig ukrainische Drohnen die verbliebenen russischen Gasleitungen nach Europa angreifen, kann man nur als absurdes Theater bezeichnen.

Den USA kann es egal sein. Sie werden aus dem Krieg zwar politisch angeschlagen, energiepolitisch aber als einer der Sieger hervorgehen. (se)

Bildquelle: Wikimedia/Jan Arrhénborg/AGA/CC BY-SA 3.0

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