Düsseldorf. Müssen Schüler künftig lernen, welche Rolle Schwarze, Transsexuelle und Muslime in der deutschen Geschichte spielten? Spielten sie überhaupt eine Rolle? Für die Grünen in Nordrhein-Westfalen liegt der Fall klar. Gönül Eğlence, migrationspolitische Sprecherin der Grünen im Düsseldorfer Landtag, beklagte jetzt, „in unseren Geschichtsbüchern“ lese man „kaum über schwarze Menschen in der deutschen Geschichte – nicht, weil sie nicht da waren, sondern weil ihre Geschichten nicht erzählt werden“. Die Geschichtsbücher seien deshalb unvollständig, was ganz schlimm sei, denn: „Wer in der Geschichte keinen Platz hat, dem wird dieser oft in der Gegenwart verwehrt bleiben. Das dürfen wir nicht akzeptieren.“
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Das Schulministerium unter Dorothee Feller (CDU) wiegelt freilich ab: man sehe „keinen Bedarf, einzelne gesellschaftliche Gruppen ausdrücklich in Lehrplänen zu benennen“. Die bestehenden Pläne böten genug Raum für Vielfalt.
Daraufhin ruderte auch Eğlence zurück. „Keine Änderungen an Lehrplänen“ seien nötig, ließ sie mitteilen. Der Unterricht biete schon heute Möglichkeiten, Lehreinheiten mit Blick auf Schwarze, Muslime oder queere Menschen zu integrieren.
Was aber wäre tatsächlich zu „integrieren“? Ayla Çelik, NRW-Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, verweist auf die Zeit des Nationalsozialismus: „Die Verfolgung homosexueller Menschen im Nationalsozialismus“ sei „Teil unserer Geschichte“ und lasse sich in bestehende Einheiten einordnen. Problematischer ist die Rolle der Schwarzen in der deutschen Geschichte. Zwar gab es im 18. Jahrhundert den Philosophen Anton Wilhelm Amo (in Zahlen: 1), seine Bedeutung für die Philosophiegeschichte ist jedoch umstritten.
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Anders sieht es im Fall der Muslime aus. Burhan Kesici, Präsident des Islamrats, betont: „Der Islam und Muslime sind seit Jahrhunderten in Europa verankert, nicht nur in Spanien und auf dem Balkan.“ Die islamische Welt bewahrte das Wissen der Antike, entwickelte Algebra und Algorithmen und floß in die Literatur von Goethe bis Herder ein. Kesici sieht darin eine Chance: das Wissen um diese Verwurzelung könne dazu beitragen, „daß sie nicht mehr als Fremde angesehen werden“. Allerdings mahnt auch er zur Vorsicht: „Wie und in welchem Umfang solche Inhalte behandelt werden“, sollten Experten entscheiden. Denn so mancher werde fragen, „ob dies nicht zu einer Islamisierung Deutschlands führen würde“. (rk)
Bildquelle: Bild von Tom auf Pixabay/gemeinfrei
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