Moskau/Brüssel. Zu keiner Zeit während der vier Jahre des Ukrainekrieges hat Rußland seine Energielieferungen als politische Waffe eingesetzt, im Gegenteil: trotz der wiederholten Ankündigungen der Europäer, komplett auf russisches Gas und Öl verzichten zu wollen, hat der Kreml immer Signale ausgesandt, daß Rußland jederzeit bereit sei, zu normalisierten Handelsbeziehungen mit der EU zurückzukehren. Die Halsstarrigkeit ist auf Seiten der Europäer – und sie kostet die Steuerzahler Milliarden.
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Jetzt hat Kremlchef Putin Europa erneut ein Angebot für die Wiederaufnahme geregelter Energielieferungen gemacht – macht dies aber von Bedingungen abhängig, die für die Europäer schwer erfüllbar sind. Putins Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, da die Energiepreise weltweit teils drastisch steigen und Europa nach Alternativen zu teuren oder ganz ausbleibenden Importen aus dem Nahen Osten sucht. Rußland ist der zweitgrößte Ölexporteur der Welt und besitzt die größten Erdgasreserven.
Bei einer im russischen Fernsehen übertragenen Kabinettssitzung mit den Chefs führender Öl- und Gasunternehmen machte Putin deutlich, was Moskau erwartet. „Wir sind bereit, mit den Europäern zusammenzuarbeiten, aber wir brauchen Signale von ihnen, daß auch sie dazu bereit und willens sind“, sagte er. Voraussetzung sei eine „langfristige und stabile“ Zusammenarbeit, bei der „kein politischer Druck“ auf Rußland ausgeübt werde.
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Putin formulierte seine Position auffallend pragmatisch. „Wenn europäische Unternehmen und europäische Käufer plötzlich beschließen, sich neu zu orientieren und uns eine langfristige, nachhaltige Zusammenarbeit zu bieten, dann ja, wir haben das nie abgelehnt“, sagte er.
Rußland leitete infolge der westlichen Sanktionspolitik in den letzten Jahren einen Großteil seiner Exporte nach Indien, in die Türkei und nach China um. Erst kürzlich drohte Putin dezent mit der Möglichkeit, Rußland könnte den vollständigen Stop seiner Energielieferungen nach Europa, den sich die EU für spätestens 2027 selbst verordnet hat, schon vorziehen, weil Verkäufe auf den asiatischen Märkten lukrativer seien. Auch diese Ankündigung trifft die Europäer auf dem falschen Fuß: die vollständige Abkoppelung von Rußland ist ihnen bis heute nicht gelungen, im Gegenteil – angesichts der vom Iran gesperrten Straße von Hormus steht ihnen die richtig schmerzhafte Energiekrise jetzt erst ins Haus. Da käme Putins Angebot eigentlich gerade recht. Aber seine Annahme käme einer glatten Kapitulation gleich. (mü)
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