Sensationeller Punktsieg des Iran: Kommt jetzt die echte Zeitenwende?

12. März 2026
Sensationeller Punktsieg des Iran: Kommt jetzt die echte Zeitenwende?
International
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Foto: Symbolbild

Teheran/Tel Aviv/Washington. Im Krieg am Persischen Golf zeichnet sich ein Punktsieg des Iran ab, der einer militärischen Sensation gleichkommt und politisch das augenblickliche Machtgefüge in der Region nachhaltig erschüttern dürfte. Nach fast zwei Wochen Krieg ist der Plan der US-israelischen Allianz, Iran rasch in die Knie zu zwingen, auf ganzer Linie gescheitert. Im Gegenteil ist die Islamische Republik unter den anhaltenden Angriffen nicht nur nicht zusammengebrochen, sondern hat sich die Fähigkeit erhalten, empfindliche Vergeltungsschläge zu führen, die zu steigenden und in keiner Weise einkalkulierten Verlusten für die Angreifer führen. In Israel wurde angesichts der massiven Schäden inzwischen eine Totalzensur verhängt, die tatsächlichen Verluste sind offenbar weit höher als die offiziellen Zahlen.

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Dafür gibt es Indizien. Das US-Kriegsministerium spricht von sechs amerikanischen Toten und 18 bis 20 Verwundeten nach einer Woche laufender Angriffe. Ein verräterisches Puzzleteil liefert das US-Militärkrankenhaus in Landstuhl. Die Einrichtung, die normalerweise auch für die Versorgung der rund 40.000 amerikanischen Militärangehörigen und ihrer Familien in der Region Kaiserslautern zuständig ist, hat dieser Tage ihre Geburtshilfeabteilung geschlossen. Schwangere sollen in umliegende Kliniken ausweichen. Die Dringlichkeit war so groß, daß selbst geplante Kaiserschnitte verlegt wurden. Ein Memo der Klinikleitung, zitiert von der Militärzeitschrift „Stars and Stripes“, begründete den Schritt mit dem „Hauptzweck der Klinik“: Landstuhl diene als „wichtige Nabe und Evakuierungsziel für US-Armeeangehörige, die beim Training oder in Kampfeinsätzen in Europa, dem Nahen Osten und in Afrika verwundet werden“. Und davon gibt es offenbar viele.

Der Blogger und ehemalige CIA-Mitarbeiter Larry Johnson beruft sich zudem auf einen Informanten: „Ein kenntnisreicher Freund, der während der Kriege im Irak und in Afghanistan das Programm des Verteidigungsministeriums für verwundete Soldaten betreute und mit dem Personal in Landstuhl zusammenarbeitete, erfuhr heute, daß eine Flut von Verwundeten in der Klinik eintrifft. Die Zahlen sind so groß, daß die Klinik nicht weiter Ressourcen für Geburten aufbringen konnte.“ Für Johnson ist der Schluß naheliegend, daß die offiziellen Zahlen geschönt sind. Auch eine geplante Blutspende-Kampagne in der Militärgemeinde Kaiserslautern wurde vorgezogen – ein weiteres Indiz.

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Was Israel angeht, ist die Lage möglicherweise noch schlimmer. Der russische Geheimdienst hat eine Schadensbilanz angefertigt, wonach Israel in den ersten 72 Stunden des Krieges katastrophale, irreversible Verluste durch iranische Vergeltungsangriffe erlitten hat. Laut der durchgesickerten russischen Bewertung hat Israel infolge der Angriffe seinen „operativen Zugang“ zum Atomreaktor in Dimona, dem Kernstück des israelischen Atomprogramms, verloren. Bei iranischen Präzisionsangriffen auf die Anlage sind den russischen Angaben zufolge 11 Top-Nuklearwissenschaftler ums Leben gekommen; außerdem bei Angriffen auf weitere Ziele sechs hochrangige IDF-Generäle, 198 Offiziere der Luftwaffe, darunter hochrangige Piloten und ein kompletter Kommandostab. Darüber hinaus sollen 462 Soldaten am Boden und in verschiedenen Militärstützpunkten getötet worden sein.

Vergleichbare Verluste hat die als unbesiegbar geltende Atom- und Militärmacht Israel in den letzten Jahrzehnten noch bei keiner anderen Militäraktion erlitten. Diese Wendung der Ereignisse ist ein beispielloses Menetekel.

Unterdessen gewinnt der Iran dank seiner erfolgreichen Gegenwehr nicht nur militärisch, sondern auch politisch an Statur. Anders als die US-Administration, die bislang nicht in der Lage war, ein stringentes Ziel ihres Angriffskrieges zu formulieren, sorgt die iranische Führung nach knapp zwei Wochen Krieg mit zwei brisanten Kriegszielen für Aufsehen, die weit über den aktuellen Schlagabtausch hinausweisen. In einem Interview der Nachrichtenagentur Fars erklärte der Stellvertretende Kommandeur der Marine der Islamischen Revolutionsgarde, Brigadegeneral Mohammad Akbarzadeh: „Die Bildung eines unabhängigen palästinensischen Staates und die dauerhafte Schließung der amerikanischen Stützpunkte [in der Region] werden zu den wichtigsten regionalen Zielen des Iran gehören.“

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Teheran erklärt sich damit inmitten des Krieges zur Schutzmacht der Palästinenser, was dem Land über die ohnehin gestiegene Solidarität vonseiten vieler Muslime hinaus weiteren Zuspruch in der arabischen Welt bescheren dürfte. Gleichzeitig wird durch die Sperrung der lebenswichtigen Straße von Hormuz die Weltwirtschaft erheblich unter Druck gesetzt – massive Währungsturbulenzen eingeschlossen. Alles zusammen könnte schon in nächster Zeit zu dramatischen Veränderungen auf der internationalen Bühne führen. Ausgerechnet Iran, jahrzehntelang der Paria der westlichen Weltordnung, könnte zu ihrem Katalysator werden.

„Es ist der Iran, der über das Schicksal des zionistischen Marionettenregimes und der Vereinigten Staaten entscheiden wird“, erklärte Marine-Vizekommandeur Akbarzadeh im Fars-Interview. Auch westliche Beobachter können das im Licht der jüngsten Ereignisse nicht mehr rundweg als Prahlerei abtun. Kein geringerer als der ehemalige US-Geheimdienstoffizier und UN-Waffeninspekteur Scott Ritter prophezeite kürzlich in einem Gespräch mit dem unabhängigen Portal „India & Global Left“ eine strategische Niederlage der USA und Israels – Iran sei auf dem besten Weg, den Krieg zu gewinnen.

Unterdessen erteilte Teheran einem Waffenstillstand demonstrativ eine Absage. Marine-Befehlshaber Akbarzadeh kündigte für die bevorstehende dritte Kriegswoche vielmehr Entwicklungen an, die für die Region „entscheidend“ seien. (mü)

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