Berlin/Kiew. Auch das gehört zur durchwachsenen Bilanz der Bundeswehr nach vier Jahren Ukrainekrieg: kamen anfangs noch ukrainische Soldaten zur Ausbildung nach Deutschland, so sollen sie schon bald wiederkommen – aber jetzt als Ausbilder. Sie verfügen über Kampferfahrung – die Bundeswehr nicht.
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Besonders schmerzhaft führte erst jüngst eine gemeinsame NATO-Übung im Baltikum den westlichen Armeen ihre Defizite vor Augen. Dabei demonstrierte ein kleines Team ukrainischer Spezialisten in geradezu dramatischer Weise, wie verwundbar ihre Truppen gegen moderne Drohnenangriffe sind. Ein beteiligter Soldat schilderte dem „Wall Street Journal“ die vernichtende Bilanz: die mit Ukrainern verstärkte gegnerische Einheit habe zwei Bataillone an einem Tag kampfunfähig gemacht. Ein Kommandeur, der das Geschehen beobachtete, zog ein resigniertes Fazit: „Wir sind am Arsch.“ (Wir berichteten).
Den NATO-Soldaten gelang es nicht, die feindlichen Drohnenteams auszuschalten. Die Übungsergebnisse, so ein Teilnehmer gegenüber dem Blatt, seien „schrecklich“ gewesen. Nun reagiert die Bundeswehr auf diese ernüchternde Erfahrung und will ihre Ausbildung grundlegend umstellen – mit Hilfe aus Kiew.
Wie ein Sprecher des Heeres mitteilte, unterzeichneten die Verteidigungsministerien Deutschlands und der Ukraine bereits am Freitag ein entsprechendes Abkommen. „Es ist geplant, vor allem an den Truppenschulen des Heeres die Erfahrungen ukrainischer Soldatinnen und Soldaten in die Ausbildung im Heer einfließen zu lassen“, erklärte der Sprecher. Zu konkreten Einzelheiten wollte er sich nicht äußern.
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Die ukrainischen Streitkräfte verfügen über Kenntnisse, die der Bundeswehr weitgehend fehlen: etwa im intensiven Einsatz von Drohnen unter Gefechtsbedingungen, in der Drohnenabwehr und bei der schnellen Einführung moderner Führungstechnologie bei der kämpfenden Truppe. Der Ukrainekrieg hat sich zum Experimentierfeld für Drohnenkriegführung entwickelt, auf dem die ukrainischen Soldaten ihre Fähigkeiten unter realen Bedingungen entwickeln konnten.
Eine NATO-Sprecherin wollte sich zu Details des Übungsverlaufs nicht äußern, erklärte aber: „Wir üben, um zu trainieren und zu lernen, damit wir auf Herausforderungen in der realen Welt vorbereitet sind.“ Die Ukraine teile ihre weitreichenden Erfahrungen im Drohnenbereich bereits jetzt mit ihren Partnern im Bündnis. Für die Bundeswehr beginnt nun eine Phase des Umlernens – mit Lehrmeistern aus einem Land, das den Krieg bereits kennt. (rk)
Bildquelle: Pixabay/gemeinfrei
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