Brüssel. Die Europäische Union hat sich auf ein definitives Ende ihrer russischen Gasimporte geeinigt. Trotz des Widerstands Ungarns und der Slowakei stimmten 24 der 27 Mitgliedstaaten in Brüssel für eine entsprechende Verordnung. Diese sieht vor, sämtliche Pipeline-Lieferungen aus Rußland schrittweise zu beenden. Spätestens am 1. November 2027, inklusive aller langfristigen Verträge, soll dann kein russisches Gas mehr in die EU gelangen. Damit wurde eine bereits im Dezember ausgehandelte Einigung zwischen den Mitgliedstaaten und dem Europaparlament endgültig bestätigt.
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Hintergrund des Boykotts ist der russische Einmarsch die Ukraine im Februar 2022. Die EU hatte bereits zuvor umfangreiche Embargos gegen Kohle und Öl aus Rußland verhängt. Im vergangenen Oktober beschloß sie zudem ein vollständiges Importverbot für russisches Flüssigerdgas (LNG) ab dem Jahr 2027. Die jetzige Regelung schafft für das bislang noch gelieferte Pipeline-Gas die gleiche Verbindlichkeit.
Trotz des Krieges fließen weiter erhebliche Erlöse aus dem Gasgeschäft nach Moskau. Nach Angaben von Eurostat bezog die EU im ersten Halbjahr 2025 russisches LNG im Wert von fast 4,5 Milliarden Euro. Im gesamten Vorjahr 2024 beliefen sich die Importe von Natur- und verarbeitetem Gas aus Rußland sogar auf 15,6 Milliarden Euro. Zum Vergleich: aus den USA importierte die EU Gas im Wert von 19,1 Milliarden Euro.
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Die EU-Kommission geht davon aus, daß die Versorgungssicherheit durch den Komplettverzicht nicht gefährdet ist. Auf dem Weltmarkt stünden genügend alternative Anbieter zur Verfügung. Allerdings ist es gerade Deutschland, das seit der „Ampel“-Regierung zu den vehementesten Befürwortern des Rußland-Boykotts gehört, bisher nicht gelungen, diese Alternativen für die eigene Energiesicherheit zu mobilisieren. Derzeit stehen die ersten Bundesländer kurz davor, wegen dramatisch niedriger Füllstände den Gasnotstand auszurufen. Ohne die systematische Abnabelung von Rußland wäre es dazu nie gekommen. (mü)
Bild: Pixabay/gemeinfrei
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