New York/Brüssel. Die Politik des Westens setzt seit Jahrzehnten auf einseitige Wirtschaftssanktionen, um unliebsame Regierungen unter Druck zu setzen. Die humanitären Folgen dieser Maßnahmen sind katastrophal. Laut einer Studie, die im August 2025 im Fachblatt „The Lancet“ erschien, sind die von den USA und der EU verhängten Sanktionen für bis zu 38 Millionen Todesfälle seit dem Jahr 1970 verantwortlich. Diese Zahl entspricht in etwa der globalen Sterblichkeit durch bewaffnete Konflikte.
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Die Untersuchung mit dem Titel „Effects of international sanctions on age-specific mortality: a cross-national panel data analysis“ wertete Daten aus 152 Ländern über fünf Jahrzehnte aus. Die zentrale Aussage ist schockierend: „Sanktionen haben erhebliche negative Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit, mit einer ähnlichen Zahl von Todesfällen wie Kriege.“ Die Autoren fanden einen klaren kausalen Zusammenhang zwischen Sanktionen und erhöhter Sterblichkeit. Besonders stark wirken einseitige und wirtschaftliche Sanktionen der USA. Sanktionen der Vereinten Nationen zeigten dagegen keine statistisch faßbaren Auswirkungen auf die Sterblichkeit.
Die Forscher schätzen, daß einseitige Sanktionen jährlich mit etwa 564.258 Todesfällen verbunden sind. Die Opferzahlen schwankten im Laufe der Jahre. In einigen Perioden der neunziger Jahre – vor allem infolge der Kriege gegen den Irak – überstieg die jährliche Zahl der Toten die Eine-Millionen-Marke. Für das Jahr 2021, dem letzten Jahr der Datenerhebung, wurden mehr als 800.000 Todesopfer verzeichnet. Besonders verwundbar sind Kinder und ältere Menschen. Mehr als die Hälfte aller Opfer gehört diesen beiden Gruppen an. Allein seit dem Jahr 2012 kamen nach den Berechnungen über eine Million Kinder durch die Folgen von Sanktionen ums Leben.
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Die Studie beschreibt, wie Sanktionen tödlich wirken: sie schränken die Quantität und Qualität der öffentlichen Gesundheitsversorgung ein, da staatliche Einnahmen schwinden. Zugleich reduzieren sie die Deviseneinnahmen, was den Import von lebenswichtigen Medikamenten, Nahrungsmitteln und anderen Gütern blockiert. Auch humanitäre Organisationen sehen sich oft mit sanktionsbedingten Hindernissen konfrontiert, die ihre Arbeit behindern.
Sanktionen werden seit langem systematisch eingesetzt. In den siebziger Jahren waren durchschnittlich 15 Länder pro Jahr westlichen Sanktionen ausgesetzt. In den neunziger und 2000er-Jahren waren es schon 30. In den zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts stieg die Zahl weiter auf über 60 an – ein nicht unbeträchtlicher Teil aller Staaten des Globalen Südens.
Historische Beispiele belegen die Ziele dieser Politik. Als 1970 Salvador Allende in Chile gewählt wurde, ordnete US-Präsident Richard Nixon an, die Wirtschaft des Landes „zum Schreien zu bringen“. Diese „unsichtbare Blockade“ isolierte Chile finanziell, schürte Unruhen und ebnete den Weg für den Putsch, der schließlich Augusto Pinochet an die Macht brachte. Ein internes Memo des US-Außenministeriums vom April 1960 zu Kuba formulierte das Ziel ebenso unverblümt: man müsse „Hunger und Verzweiflung“ verursachen, um die Regierung zu stürzen. Auch Henry Kissinger betrachtete in einem vertraulichen Memorandum von 1974, bekannt unter dem Dokumentenkürzel NSSM 200, Nahrungsmittelhilfe explizit als „Instrument der nationalen Macht“.
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Die massenmörderische Wirkung läßt sich an einer Reihe konkreter Fälle nachweisen. Die Sanktionen gegen den Irak in den neunziger Jahren führten zu massiver Unterernährung und Engpässen bei Medikamenten. Der Wirtschaftskrieg der USA gegen Venezuela ließ nach einer Schätzung allein zwischen 2017 und 2018 etwa 40.000 zusätzliche Menschen sterben.
Die Macht der Sanktionen speist sich aus der westlichen Kontrolle über globale Finanzsysteme: den Reservewährungen Dollar und Euro, dem Zahlungsnetzwerk SWIFT sowie Schlüsseltechnologien. Um diesem Druck zu entgehen, müssen Länder des Globalen Südens ihre Abhängigkeit in diesen Bereichen verringern. Das Beispiel Rußlands zeigt, daß eine solche Abkopplung möglich ist. Solange diese Abhängigkeit besteht, bleiben Sanktionen eine Waffe, die weiterhin jährlich Hunderttausende das Leben kostet. (mü)
Image by Carolyn Booth from Pixabay/Gemeinfrei
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