DIHK mit düsterer Prognose: Industrie schrumpft – Abwanderung beschleunigt sich

11. Januar 2026
DIHK mit düsterer Prognose: Industrie schrumpft – Abwanderung beschleunigt sich
Wirtschaft
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Foto: Symbolbild

Berlin. Längst hat die De-Industrialisierung Deutschland erfaßt – und sie wird sich verstärken, warnt die Industrie- und Handelskammer (DIHK). „Die Gefahr ist real“, stellte Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov jetzt gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters klar. Vor allem mittelständische Betriebe ziehen sich zurück. „Wir sehen klare Anzeichen für eine De-Industrialisierung: Mittelständische Betriebe verlagern ihre Produktion oder schließen ganz.“

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Aktuelle Zahlen bestätigen diesen Trend. Seit 2019 fielen in Deutschland 400.000 Industriearbeitsplätze weg. Über 1600 Firmen der Branche mußten 2025 Insolvenz anmelden – ein zwölf-Jahres-Höchststand. „Das ist ein Alarmsignal für den Standort Deutschland“, betont Melnikov. Als Gründe nennt sie explodierende Lohn- und Energiekosten, hohe Steuern und eine erdrückende Bürokratie. Ohne entschlossenes politisches Handeln seien weitere Verluste unvermeidbar. „Wenn die Politik nicht konsequent gegensteuert, droht ein massiver Verlust von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen.“

Insgesamt bleiben die Aussichten düster. Für 2026 prognostiziert der DIHK ein Mini-Wachstum von 0,7 Prozent. „Das ist kein Aufschwung, sondern ein Minimalwert und zum Teil allein darauf zurückzuführen, daß 2026 weniger Feiertage auf Werktage fallen“, macht Melnikov klar. „Nach drei Jahren ohne Wirtschaftswachstum ist das ein schwaches Signal.“ Eine aktuelle Umfrage unter 23.000 Unternehmen zeichnet ein ähnlich trostloses Bild. Lediglich 15 Prozent der Betriebe blicken optimistisch in die Zukunft. Jedes dritte Unternehmen plant Investitionskürzungen, jedes vierte Stellenabbau. „Für einen wirklichen Aufschwung fehlt der nötige Schwung“, sagt die DIHK-Chefin. „Die bisherigen Reformen kommen bei den Betrieben nicht an.“

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Auch die Zinssenkungen der EZB bringen keine Wende. Der Leitzins wurde von Mitte 2024 bis Mitte 2025 zwar von vier auf zwei Prozent halbiert, blieb in der zweiten Jahreshälfte jedoch stabil. Diese Maßnahme allein kann die strukturellen Probleme nicht lösen. „Unternehmen, die hier keine langfristige Perspektive sehen, investieren auch bei niedrigeren Finanzierungskosten nicht“, resümiert Melnikov. (rk)

Bild: Pixabay/Gemeinfrei

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