Skurrile NS-Hexenjagd: Antiquar hat zu viele Hitler-Bücher im Angebot

4. Januar 2026
Skurrile NS-Hexenjagd: Antiquar hat zu viele Hitler-Bücher im Angebot
Kultur & Gesellschaft
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Foto: Symbolbild

Wien. Österreich gehört zu den wenigen Ländern, in denen die Justiz noch schärfer gegen angebliche und tatsächliche „Rechtsextremisten“ vorgeht als in Deutschland. Mitunter sogar, wenn gar keine „Rechtsextremisten“ im Spiel sind, wie der Wiener Buchantiquar Rainer Schaden, Inhaber des renommierten Ladens „Zum Buchfreund“, feststellen mußte.

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Der österreichische Verfassungsschutz zeigte ihn wegen Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz an, nachdem in seinem Geschäft Literatur aus der Zeit des Nationalsozialismus gefunden worden war. Die Behörde verlangte, Dutzende beschlagnahmter Bände auch im Falle eines Freispruchs zu verbrennen.

Vor dem Kadi kamen die Zensoren damit allerdings nicht durch: acht zu null Stimmen der Geschworenen sprachen Schaden frei. Seine Bücher erhält er zurück. Für den Antiquar war die ganze Angelegenheit freilich „ein schlechter Traum“, wie die Wochenzeitung „Falter“ berichtete. Das Blatt hatte den Fall aufgedeckt und damit die peinliche Blamage für die österreichischen Gesinnungswächter öffentlich gemacht.

Der Prozeß entpuppte sich als Farce. Seit fünfzig Jahren handelt Schaden mit historischer Literatur und übernahm vor einiger Zeit auch 14.000 Bände aus dem Nachlaß der bekannten NS-Forscherin Brigitte Hamann. Unter diesen befanden sich 56 Bücher aus der NS-Zeit, die Hamann als Forschungsgrundlage für ihr Werk „Hitlers Wien“ dienten. Die Idee, Schaden deshalb der „Wiederbetätigung“ zu bezichtigen, blieb den Verfassungsschützern vorbehalten.

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Namhafte Experten wie der Wiener Historiker Oliver Rathkolb traten als Zeugen auf. Sie erklärten dem Gericht die grundlegende Funktion eines Antiquariats: seltene Bücher im Wissenskreislauf zu halten. Rathkolb betonte, selbst zufriedener Kunde bei Schaden zu sein. Zudem wurde offengelegt, daß alle inkriminierten Werke auch in öffentlichen Bibliotheken zugänglich sind – das hätte allerdings auch eine einfache Internetrecherche zutagegefördert.

Hätte das Gericht den Antiquar verurteilt, wäre eine absurde Konsequenz die unvermeidliche Prüfung sämtlicher Bibliotheksbestände gewesen. Schaden selbst drohten bis zu zehn Jahre Haft und der wirtschaftliche Ruin. Der als linksliberal beschriebene Händler kooperierte geduldig mit den Behörden und wies nach, daß er Käufer mit fragwürdigen Motiven ausschließt. Er verkaufe nur an nachweislich wissenschaftlich Interessierte.

Die Ermittler hingegen ließen während der Untersuchung Abgründe erkennen. Unter ihren Namenskürzeln fragten sie den 78jährigen, ob er „verdächtige Tätowierungen“ trage. Sie störten sich an den Abbildungen Hitlers auf manchen Buchumschlägen. Sie schlugen sogar vor, Warnhinweise auf den Werken anzubringen. Schaden konterte, daß genau dies die „falschen“ Interessenten anlocken könnte.

So endete der Prozeß mit einem Eigentor der übereifrigen Gesinnungswächter. Diesmal. Denn normalerweise kennt der österreichische Staat bei Rechtsabweichlern keine Gnade – der frühere Chefredakteur der FPÖ-nahen „Aula“, Martin Pfeiffer, wurde bekanntlich Anfang Dezember in Graz zu vier Jahren Haft verurteilt. (mü)

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