Ein Schienenstrang gegen die Sanktionen: Rußland und Iran schließen die Lücke im Nord-Süd-Korridor

24. Dezember 2025
Ein Schienenstrang gegen die Sanktionen: Rußland und Iran schließen die Lücke im Nord-Süd-Korridor
International
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Foto: Symbolbild

Moskau/Teheran. Eine wichtige geopolitische Weichenstellung im Herzen der eurasischen Landmasse: mit einer neuen Bahnverbindung schließen Rußland und Iran die letzte Lücke im Internationalen Nord-Süd-Transportkorridor (INSTC). Das 162 Kilometer lange Teilstück Rasht–Astara verbindet den iranischen Schienenstrang mit dem Südkaukasus und schafft eine direkte, multimodale Route von Indien über den Iran nach Rußland. Der 7.200 Kilometer lange Korridor soll künftig als Alternative zum Suezkanal fungieren. Die absehbare Fertigstellung des Schienenstranges ist zudem ein geopolitischer Schachzug, der den westlichen Sanktionen gegen beide Partner entgegenwirken soll.

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Die Finanzierung des 1,6-Milliarden-Dollar-Projekts übernimmt Moskau, während Teheran die Flächen bereitstellt. Ein ursprüngliches Abkommen mit Aserbaidschan über 500 Millionen Dollar war 2018 geplatzt, aus Furcht vor US-Sanktionen, nachdem Washington aus dem Atomabkommen ausgestiegen war. Rußlands eigene, durch den Ukraine-Krieg dringlicher gewordene Suche nach Handelsalternativen ließ es zum entscheidenden Akteur werden. Bei einem Besuch in Moskau im Januar 2022 vereinbarte der spätere iranische Präsident Ebrahim Raisi eine Kreditlinie über fünf Milliarden Dollar für Infrastruktur.

Die Bahnlinie ist mehr als ein Transportweg. Sie markiert eine noch engere Verklammerung der beiden Länder. Unterstützte Moskau ehedem selbst die westlichen Sanktionen, so ist es heute der wichtigste strategische Verbündete Teherans. Die Strecke ist Teil einer umfassenden Partnerschaft, die auch Rüstung, Energie und – trotz internationaler Bedenken – Nukleartechnik umfaßt. Erst im September unterzeichneten beide Länder ein Abkommen über den Bau von vier kleinen Atomkraftwerken im Wert von 25 Milliarden Dollar.

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Technische Hürden im bergigen Terrain Nordirans und hohe Kosten machen das Projekt zu einer Herausforderung. Doch die strategischen Argumente sind stärker: der Korridor soll bis zu 30 Prozent günstiger und 40 Prozent kürzer als die Seeroute durch den Suezkanal sein. Im ersten Jahr sind bis zu zehn Millionen Tonnen Fracht geplant. Für den isolierten Iran und das sich verstärkt nach Osten orientierende Rußland ist der neue Schienenstrang eine lebenswichtige Arterie – und ein indirekter Schlag gegen den Westen und seine Sanktionspolitik. (mü)

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