US-Kampfjet wird zur Risiko-Anschaffung: „Niemand braucht eine F-35“

19. März 2025
US-Kampfjet wird zur Risiko-Anschaffung: „Niemand braucht eine F-35“
International
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Foto: Symbolbild

Berlin/Ottawa/Lissabon. Vor dem Hintergrund der Neuorientierung der amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik wächst in Europa die Skepsis gegenüber amerikanischen Waffensystemen. Besonders in die Kritik geraten ist die Beschaffung amerikanischer F-35-Kampfjets – denn der US-Hersteller Lockheed könnte die Maschine im Extremfall für die europäischen Nutzer unbrauchbar machen. Führende europäische Rüstungsmanager fordern jetzt dringend Alternativen zur F-35, von denen allein Deutschland bekanntlich 35 Stück zum Rekordpreis von etwa 8,3 Milliarden Euro bestellt hat.

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In der FAZ hat sich jetzt der frühere Airbus-Chef Tom Enders zu Wort gemeldet – er fordert Deutschland und Europa zu einem entschlossenen Kurswechsel in puncto USA auf. Wörtlich: „Es ist zwingend erforderlich, daß wir uns so weit und so rasch wie möglich von amerikanischen Systemen unabhängig machen.“ Vor allem Deutschland dürfe nicht länger daran festhalten, F-35 aus US-Produktion zu kaufen. Schon 2022 sei die Bestellung ein Fehler und das Argument, für die nukleare Teilhabe brauche es ein US-Flugzeug, „an den Haaren herbeigezogen“ gewesen.

„Als Nuklearwaffenträger hätte man genauso gut den Eurofighter weiterentwickeln können“, moniert Enders und wird deutlich: „Niemand braucht eine F-35.“ Man wisse, „die Amerikaner können das Ding abschalten, wie sie wollen. Wir sind total abhängig.“ US-Präsident Trump könne nach Belieben entscheiden, daß keine F-35 abheben darf. „Dieses System ist mit einer solchen so antieuropäisch gefärbten amerikanischen Regierung ein großes Risiko“, resümiert Enders.

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Mit dieser Haltung steht der Ex-Airbus-Chef nicht mehr allein. Am Freitag teilte der kanadische Verteidigungsminister Bill Blair mit, sein Land überprüfe den Vertrag mit Lockheed Martin über den Kauf von F-35-Kampfjets; man prüfe „andere Alternativen“ zur F-35. „Es war der Kampfjet, den unsere Luftwaffe als die von ihr benötigte Plattform identifiziert hat, aber wir prüfen auch andere Alternativen“, sagte Blair.

Auch Kanada hat 2023 einen Vertrag über den Kauf von 88 F-35-Kampfjets für rund 13,2 Mrd. US-Dollar abgeschlossen. Die ersten Maschinen sollen 2028 an Kanada übergeben werden.

Zuvor hatte bereits Portugal angekündigt, den Kauf der F-35 ebenfalls zu überdenken. Der portugiesische Verteidigungsminister Nuno Melo sagte dem Lokalblatt „Público“ am Donnerstag, daß er angesichts des jüngsten politischen Kurswechsels von Präsident Donald Trump den Ersatz älterer US-Kampfjets vom Typ F-16 durch die F-35 überdenken müsse. Trumps „Unberechenbarkeit“ in Bezug auf seine Haltung zur NATO bedeute, daß Portugal andere Optionen erwägen müsse. „Wir können das geopolitische Umfeld bei unseren Entscheidungen nicht ignorieren.“ (se)

U.S. Air Force photo by Master Sgt. John R. Nimmo, Sr./RELEASED

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