Berliner Verkehrsexperte: Wie deutsche Autobauer die Zukunft verschlafen

3. Oktober 2024
Berliner Verkehrsexperte: Wie deutsche Autobauer die Zukunft verschlafen
Wirtschaft
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Foto: Symbolbild

Berlin. Immer mehr Forscher attestieren dem Wirtschaftsstandort Deutschland eine düstere Zukunft. In den Chor der Kassandrarufer hat jetzt der Berliner Verkehrsforscher Professor Andreas Knie eingestimmt. Er prognostiziert geradezu ein Schreckensszenario für die deutschen Autobauer: die weltweit bekannten Vorzeigemarken VW, BMW, Mercedes und Audi werde es zwar künftig noch geben, allerdings würden sie nur noch ihre Stammwerke in Wolfsburg, Stuttgart, München und Ingolstadt betreiben – „alle anderen Standorte sind zu“, behauptet Knie in der „Frankfurter Rundschau“.

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Die Ursache für die galoppierende Krise sieht der Experte darin, daß die deutschen Autohersteller schon seit langem „den Anschluß an die Weltspitze verloren“ hätten. Sie bauten Autos wie vor 40 Jahren. „Im Mittelpunkt stehen die solide Hardware und der Verbrennungsmotor. Mittlerweile entscheidet aber die Software über den Gebrauchswert eines Autos, und batterieelektrische Antriebe stehen im Zentrum“, sagte der Mobilitätsexperte.

Auch bei der Automatisierung der Fahrzeuge falle Deutschland zurück. Knie, der derzeit Forschungsgruppenleiter am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) ist und an der TU Berlin lehrt, wartet mit einer originellen Sicht auf die deutsche Autonation auf – seiner Einschätzung nach sind es weniger die kräftig gestiegenen Energie- und Lohnkosten, die den deutschen Automarken zum Verhängnis werden, sondern: „Es ist Phantasielosigkeit, die den deutschen Standort killt.“ Ein „besonders tragisches Kapitel“ ist es in seinen Augen, daß die deutschen Autobauer nicht frühzeitig in die E-Mobilität eingestiegen sind und stattdessen immer noch auf den Dieselmotor setzten.

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Nun fordert der Verkehrsexperte das Bundeswirtschafts- und das -verkehrsministerium auf, „gemeinsam zu überlegen, was für Deutschland unter den Aspekten Wertschöpfung, Jobs und Klima nützlich ist“, und Hilfen für die Autobauer danach auszurichten. Als Beispiel dafür sieht er den Inflation Reduction Act (IRA) der USA mit seinen steuerlichen Förderungen für Unternehmen. (rk)

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Kommentare

  1. Bernd Sydow. sagt:

    Der Berliner Mobilitätsexperte Andreas Knie behauptet in der linken „Frankfurter Rundschau“, die deutschen Weltmarken VW, BMW, Mercedes und Audi würden künftig nur noch in ihren Stammwerken in Wolfsburg, München, Stuttgart und Ingolstadt gebaut werden. (Was ist mit Ford in Köln und Opel in Rüsselsheim?). Würden die übrigen Standorte in Deutschland dichtmachen, würden weitere zig-tausende Arbeitsplätze in unserem führenden Wirtschaftszweig, dem Automobilbau, wegfallen. Daß die in der Automobilindustrie Beschäftigten den Wegfall ihrer Arbeitsplätze nicht widerstandslos hinnehmen würden, dürfte klar sein.

    Aber allein auf E-Mobilität zu setzen, halte ich für problematisch. Zum einen wegen der erdrückenden Konkurrenz aus der Volksrepublik China, zum anderen wegen zu geringer Nachfrage von E-Autos hierzulande. (Als Besitzer eines Oldtimers würde ich mir niemals (freiwillig) einen Neu- oder Gebrauchtwagen mit E-Motor zulegen).

    Gibt es gegen den von Herrn Knie vorausgesagten Niedergang der deutschen Automobilindustrie ein Patentrezept? Wohl kaum, aber eine „Kapitulation der deutschen Autoindustrie“ ist auch keine Option!
    By the way: Die britische Firma Rolls-Royce, bekannt für den Bau edler Nobelkarossen, stellt unter anderem auch die Triebwerke großer Langstrecken-Flugzeuge her!

    • Bernd Sydow. sagt:

      Nachtrag: „Es ist Phantasielosigkeit, die den deutschen (Automobil)Standort killt“, so Mobilitätsexperte Knie.(Artikel, dritter Absatz). Wie aber wäre es, wenn sich die deutschen Automobil-Weltfirmen (siehe oben) neue Betätigungsfelder suchen würden? Ich denke da an den Bau von einmotorigen (Klein)Flugzeugen als sogenannte „Lufttaxis“.

  2. Scripted Reality sagt:

    Hersteller produzieren, was Kunden Wünschen – das nennt man Marktwirtschaft.

    Wenn Regierungen unrealistische Vorgaben machen, ein Produkt schönrechnen und Kassengift propagieren, dann nennt man das Planwirtschaft.

    Der Kunde entscheidet, und der möchte keinen Kohlestromfernverbrenner mit einem Drittel der Reichweite, doppelten Preis, hundertfacher „Auftankzeit“, Brandgefahr, hohen Reperaturkosten, hohe Energiekosten, schlechten Wiederverkaufswert, Reichweitenbingo im Winter, Vandalismusgefahr beim Laden, hohem Zeitaufwand etc.

    Das E-Auto ist die Quecksilberlamper der Mobilität, am Ende wurde es die LED, beim Auto die Methanol : Wasser (60:40) zu Wasserstoff Brennstoffzelle.Siehe BR kontrovers, Gumpert, ehemaliger Sportchef Audi.

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