Essen. Im vergangenen Jahr sorgte der ehemalige SPD-Kommunalpolitiker Guido Reil mit seinem Parteiwechsel zur Alternative für Deutschland (AfD) für Schlagzeilen, als er in politischen TV-Gesprächsrunden mit seiner bodenständigen Art, Politik für den „einfachen Mann“ zu betreiben, die Vertreter der etablierten Parteien als aussehen ließ. Nun gibt es neuen Wirbel um den charismatischen 47jährigen aus dem Ruhrpott: nach 25 Jahren ehrenamtlicher Arbeit für die Arbeiterwohlfahrt (Awo) entschied deren Schiedsgericht aufgrund einwanderungskritischer Aussagen die Mitgliedschaft Reils für ein Jahr zu sperren.
In der Anhörung hatte Reil seine Positionen verteidigt: „Ja, das habe ich so gesagt und auch so gemeint.“ Mit seinen Aussagen habe sich Reil „bewußt in einen unüberbrückbaren Widerspruch zu Grundwerten der Awo gesetzt“ und „Lunte an ein Pulverfaß“ gelegt, so die Richter, die weiter warnend ausführten, sollte der AfD-Politiker sich in seinen Äußerungen nicht mäßigen, werde ein gänzlicher Ausschluß aus der Awo „unvermeidbar und geradezu zwingend geboten sein“.
Guido Reil engagiert sich seit rund 25 Jahren freiwillig im Awo-Seniorenfahrdienst. Er wolle jedoch weiter den alten Menschen helfen: „Ich fahre auf jeden Fall weiter jeden Donnerstag Senioren zum einkaufen!“ (sp)
Immerhin – diese Sache mit Reil klingt nach einem aufrechten Charakter, der sich den Respekt ehrlich verdient. Was man von dem besagten „Schiedsgericht“ wohl nicht so ganz behaupten kann, wie…?