Alternative für Deutschland: Unterstützung aus der Ärzteschaft, Attacken aus den Blockparteien

17. Mai 2013

Die AfD-Spitze auf dem Gründungsparteitag in Berlin (v.l.n.r.): Frauke Petry, Konrad Adam, Bernd Lucke (Foto: ZUERST!-Archiv)

Berlin. Die Alternative für Deutschland (AfD), die eine geordnete Auflösung der Euro-Zone fordert, bekommt einer Umfrage zufolge viel Unterstützung aus der Berufsgruppe der Ärzte. Die etablierten Parteien reiten derweil heftige Attacken auf die Euro-Kritiker.

In einer Umfrage des Ärztenetzwerkes Hippokranet wurde die AfD überraschend sogar stärkste Partei. 30,7 Prozent der insgesamt 866 teilnehmenden Ärzte sprachen sich bei der Erhebung für die neue Partei aus. Erst auf dem zweiten Platz folgt FDP mit 27,7 Prozent der Stimmen. „Ein wenig kann dieses Ergebnis erstaunen, denn die AfD erwähnt in ihrem Wahlprogramm das Thema Gesundheitspolitik bislang mit keinem einzigen Wort“, kommentierte Jan Scholz, Chefredakteur des Ärztenachrichtendienstes, dem Betreiber des Hippokranet, die Umfragewerte. Die Abstimmung lasse vermuten, daß es noch spannende Entwicklungen in der Zeit bis zur Bundestageswahl geben werde, so Scholz.

Das befürchten offenbar auch ranghohe Vertreter der etablierten Parteien. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) behauptete gegenüber der „Welt“, eine Partei „die nur Unbehagen verbreitet und keine konstruktiven Vorschläge macht, hat keine politische Zukunft. Jede Stimme für die AfD ist eine verschenkte Stimme.“ Die AfD habe „keine Vorstellung von der Gestaltung unserer Zukunft“ , so Bouffier, der den Vorschlag, aus dem Euro auszutreten, als „geradezu kindisch“ geißelte. Auch Außenminister Guido Westerwelle attackierte die Partei. „Sind wir eigentlich verrückt geworden, daß wir das, was in Jahrzehnten gebaut worden ist, in einem Jahr einreißen wollen?“, fragte er mit Blick auf die AfD-Forderung zur Aufgabe des Euro. Es treibe ihm die „Zornesröte ins Gesicht“, wenn er Forderungen nach der Aufgabe der Gemeinschaftswährung höre, sagte Westerwelle dem „Handelsblatt“ zufolge.

Der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, gab sich überzeugt, daß die AfD nicht in den Bundestag einziehen werde, räumte jedoch die Möglichkeit, daß nicht nur Wähler der Regierungskoalition, sondern auch der SPD den Argumenten der Euro-Gegner folgen könnten. „Die AfD kommt nicht über 5 Prozent, aber sie können auch bei bestimmten SPD-Wählerschichten Stimmen sammeln“, meinte Steinbrück auf dem WDR Europaforum in Berlin. Offenbar gelinge es immer mehr Gegnern der gemeinsamen Währung in Europa, Sympathisanten hinter sich zu scharen. „Und das halte ich für hochgefährlich.“ Der europapolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Roth, sagte in Bezug auf die AfD, „als Rechtsausleger von FDP und CDU spielt für sie die soziale Dimension der Krise überhaupt keine Rolle in ihrer Argumentation. Mit nationalkonservativen und marktradikalen Kräften sehen wir als sozialdemokratische Europapartei aber keinerlei Gemeinsamkeiten.“

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