Brisante Symbiose: Israelische Medien dokumentieren IS-Refugium vor Israels Haustüre

24. Oktober 2017
Brisante Symbiose: Israelische Medien dokumentieren IS-Refugium vor Israels Haustüre
International
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Tel Aviv. Eine pikante Symbiose: Wie israelische Medien jetzt berichten, fanden eine Reihe von IS-Kommandeuren Zuflucht in den Golan-Höhen an der Grenze zu Israel. Dort rekrutieren sie neue Kämpfer und betreiben sogar einen Propaganda-Kanal.

Analysten weisen schon seit langem daß darauf hin, daß der IS über Rückzugsräume entlang der syrisch-israelischen Grenze verfügt. Bei den aktuellen Enthüllungen durch die „Times of Israel“ und den israelischen TV-Kanal Channel 2 handelt es sich aber um die erste öffentliche Bestätigung über IS-Operationen in der Golan-Region.

Laut „Times of Israel“ handelt es sich bei dem IS-Camp um ein Trainings- und Rekrutierungszentrum, in dem bereits 300 neue Terroristen ausgebildet wurden. Unter den IS-Kommandeuren soll sich auch der führende Rekrutierer Abu Hamam Jazrawi befinden. Von Angriffen aus Israel weitestgehend verschont, verfügen die IS-Aktivisten in ihrem Refugium neben Training und Rekrutierung auch über genügend freie Kapazitäten, um sogar ausgiebiger PR-Arbeit nachgehen zu können. Das Camp vor der israelischen Haustüre fungiert offenbar als Ersatz für das bisherige IS-„Medienzentrum“ in Raqqa, das jüngst wieder verlorenging.

Die „Times of Israel“ unterstreicht ausdrücklich, daß es bei der neuen Symbiose nicht um eine neue Entwicklung handle. Das Blatt schreibt: „Beide, der IS-Ableger der Khalid ibn al-Walid Armee und die Jabhat Fateh al-Sham, früher als al-Nusra-Front bekannt, die wiederum mit dem IS verbunden ist, befinden sich bereits seit Jahren an den israelischen Grenzen.“

Auch der israelische Verteidigungsminister Mosche Yaalon betonte schon vor geraumer Zeit auf einer Konferenz der israelischen Denkfabrik Institute for National Security Studies (INSS), daß der „Iran unser Hauptfeind ist“ und wenn er zwischen Iran und dem IS im Rahmen eines offenen Konflikts entscheiden müßte, würde er „den IS präferieren“.

Ein anderer israelischer Think-Tank, das Begin-Sadat Center For Strategic Studies, brachte im August 2016 eine ähnlichlautende Empfehlung im Umgang mit dem IS in einem Strategiepapier auf den Punkt: „Der Westen sollte auf die weitere Schwächung des Islamischen Staat setzen, aber nicht auf dessen Zerstörung.“ (mü)

Bildquelle: wikimedia/Zachi Evenor

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